Demonstranten verlangen Aufgabe des Endlagerstandorts Gorleben
Tausende protestieren gegen Castor-Transport

Rund 5000 Atomkraftgegner haben in Niedersachsen gegen den bevorstehenden Transport von Castor-Behältern protestiert. Es gab keine Zwischenfälle.

HB BERLIN. Einen Tag vor dem Start des siebten Castor-Transports nach Gorleben haben am Samstag rund 5000 Menschen friedlich bei Dannenberg gegen die Atommülllieferung demonstriert. Ein Zug mit zwölf weiteren Castor-Behältern für das Zwischenlager Gorleben soll am Sonntagabend nahe der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague abfahren. Polizeiangaben zufolge nahmen an der Demonstration, die ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen sei, 3500 Atomkraftgegner teil. Der Veranstalter sprach von über 6000 Teilnehmern.

Auf einer Abschlusskundgebung verlangten die Demonstranten die Aufgabe des Endlagerstandorts Gorleben und den Stopp der Atommülltransporte. Vertreter der Humanistischen Union (HU) und des Republikanischen Anwaltsvereins, die die Demonstration angemeldet hatten, kritisierten das Versammlungsverbot, das erneut für einem 50-Meter-Korridor beiderseits der Castor-Route von Lüneburg nach Dannenberg erlassen wurde. Es dürfe «keine Sonderrechtszone Gorleben geben», in der das Grundrecht aus Demonstrationsfreiheit großflächig außer Kraft gesetzt werde, sagte HU-Geschäftsführer, Niels Leopold. Auch der Sprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, Wolfgang Ehmke, rief zum Kampf gegen das Demonstrationsverbot auf und forderte die Aufgabe des Endlagerstandorts Gorleben.

Im Zwischenlager Gorleben befinden sich bislang 32 Castor-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen. Die zwölf weiteren Behälter mit Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich werden am Dienstag in Dannenberg erwartet, wo sie vor der Weiterfahrt nach Gorleben von Eisenbahnwaggons auf Straßentieflader gesetzt werden müssen.

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