Demonstration anlässlich Todestag des Hitler-Stellvertreters
70 Menschen bei Heß-Kundgebung in Gewahrsam genommen

Im oberfränkischen Wunsiedel haben sich am Samstag anlässlich des 16. Todestags des dort begrabenen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß nach Angaben der Polizei rund 2600 Rechtsextremisten versammelt.

Reuters WUNSIEDEL. Insgesamt 70 Menschen seien in Gewahrsam genommen worden, darunter 67 Rechtsextremisten und zwei linke Gegendemonstranten, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Sie hätten Waffen und verfassungsfeindliche Symbole getragen oder gegen das Vermummungsverbot verstossen, hieß es zur Begründung. Rund 1000 Polizisten seien im Einsatz gewesen, um Ausschreitungen zu verhindern. Etwa 500 Demonstranten demonstrierten in der Innenstadt friedlich gegen die Veranstaltung. Auf Plakaten der Gegendemonstranten waren Parolen wie „Wunsiedel ist nicht braun, sondern bunt“ zu lesen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte den Aufmarsch in einem Eilverfahren genehmigt und ein Verbot des zuständigen Landratsamts damit aufgehoben, weil allein die Befürchtung vor Ausschreitungen kein Versammlungsverbot rechtfertige. Alljährlich zieht es Neonazis nach Wunsiedel, wo Heß begraben liegt. Der frühere Hitler-Stellvertreter war 1987 im Alliierten Gefängnis in Berlin-Spandau gestorben. Im vergangenen Jahr marschierten rund 2500 Rechtsextreme in der Kleinstadt im Fichtelgebirge auf.

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