Demos in Frankfurt: Tausende demonstrieren gegen Fluglärm

Demos in Frankfurt
Tausende demonstrieren gegen Fluglärm

Tausende demonstrieren lautstark am Frankfurter Flughafen gegen Fluglärm, sie skandieren Rufe wie „Lärm macht doof“ und wollen eine andere Flugroute. Die Flughafengesellschaft Fraport zeigt vor allem eins: Verständnis.
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FrankfurtMit einer koordinierten Aktion haben am Samstag tausende Anwohner der Flughäfen Frankfurt am Main und Berlin-Schönefeld gegen Fluglärm demonstriert. In Frankfurt war es die bisher größte Demonstration von Ausbaugegnern im Flughafen. Die Polizei sprach von 6000 Demonstranten, der Veranstalter von 10.000, die in der Abfertigungshalle ein striktes Nachtflugverbot und ein Ende des Dauerlärms über ihren Häusern forderten. In Berlin beteiligten sich nach Angaben der Polizei in der Abflughalle des alten Flughafens Schönefeld 300 Menschen, nach Veranstalter-Angaben 500 bis 600. Beide Aktionen blieben friedlich.

In beiden Flughäfen erzeugten die Demonstranten, unter ihnen viele Familien mit Kindern, ohrenbetäubenden Lärm. Viele trommelten auf Eimern, Keksdosen und anderen Gefäßen. Einige trugen Ohrenschützer. „Fluglärm macht krank“ oder „Landewahn“ stand auf Plakaten. Nach Frankfurt waren auch Flughafengegner aus Berlin gekommen sowie Vertreter der Protestbewegung Stuttgart 21.

Die Fluglärm-Gegner verlangten für beide Flughäfen ein Nachtflugverbot zwischen 22 und sechs Uhr sowie den Stopp weiterer Ausbaupläne. In Frankfurt wurde auch die Stilllegung der neuen Nordbahn gefordert.

Der Frankfurter Flughafen ist das größte Luftdrehkreuz Deutschlands. In Berlin-Schönefeld soll der neue Großflughafen „Willy Brandt“ am 3. Juni in Betrieb gehen. Früher hatte die Hauptstadt drei Flughäfen: Tempelhof ist bereits stillgelegt, Tegel wird am Vorabend der Betriebsaufnahme des neuen Großflughafens stillgelegt, Schönefeld selbst ist der einstige DDR-Flughafen.

In Frankfurt äußerte der Flughafenbetreiber Fraport „großes Verständnis“ für die Demonstranten. „Die Neubelastung durch den Flugbetrieb ist für sie hoch“, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte in einer Mitteilung. „Ich versichere den Menschen in der Region, dass wir gemeinsam und mit Hochdruck an Lösungen arbeiten, die zu einer Entlastung führen werden.“ Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände sprach von „völlig überzogenen Vorstellungen“ Forderungen der Demonstranten. Wachstum und Wohlstand der Rhein-Main-Region würden dadurch beeinträchtigt.

Kommentare zu " Demos in Frankfurt: Tausende demonstrieren gegen Fluglärm"

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  • @ Willi
    Ich gehe auch protestieren und fliege auch mal in Urlaub. Das ist auch nicht das Problem. Denn über 50% der Passagiere in Ffm. sind nur Umsteiger, ein weiterer hoher Anteil der Flüge sind Kurzstrecken, die man auch gut mit der Bahn fahren kann.
    @bjarki
    Das sind aber dämliche Unterstellungen, die nur von jemandem stammen können, der die Situation nicht kennt und dem offensichtlich bereits der komplette Verstand abhanden gekommen ist.

    Für die Region hätte der Flughafen vor der Nordwestbahn dicke gereicht. Aber warum müssen die Asiaten bei uns mitten in Frankfurt umsteigen, wenn sie z.B. in die USA wollen?
    Weite Bereiche sind derart stark belastet, dass es wirklich nicht mehr tolerierbar ist. Die versprochenen Verbesserungen durch Anwendung aktiver Schallschutzmaßnahmen sind marginal und werden den aktuellen Lärm kaum reduzieren, nicht gesprochen von den zukünftigen Steigerungen.

    Menschen werden gesundheitlich geschädigt, Gebiete werden unbewohnbar gemacht, Emissionen werden stark erhöht, Vermögen werden vernichtet aber nicht ausgeglichen, soziale Gefüge in den Kommunen ändern sich, und vieles weiteres mehr.

    Woher hat Fraport als AG hierzu das Recht?

  • " Lärm macht doof " so die tiefsinnigen Transparente der Demonstranten. Die Richtigkeit der Aussage unterstellt müssen die Teilnehmer am Fraport in der Kindheit und Jugend exorbitanten Lärmbelästigungen ausgesetzt gewesen sein. Demzufolge schlage ich " Wir sind doof" als zukünftige Transparentaufschrift vor.

  • Ich wohne selbst in der Nähe des Flughafens FFM. Rein subjektiv betrachtet hat sich mit der neuen Bahn gegenüber früher nichts verändert. In meinem Umfeld höre ich allerdings von Vielen, dass sie sich massiv gestört fühlen, einige sind auch unter die Protestler gegangen. Was mir dabei allerdings besonders auffällt: Die, die sich am massivsten beschweren, fliegen seit Jahren jedes Jahr ca. 2-3 mal in Urlaub. An der Stelle sollte man vielleicht mal anfangen nachzudenken.

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