Deniz Naki Schüsse auf deutsch-türkischen Fußballprofi

Auf der A4 ist ein deutsch-türkischer Fußballer in der Nacht zu Montag beschossen worden. Der in Düren aufgewachsene Deniz Naki steht bei einem kurdischen Klub unter Vertrag. Nun wird wegen versuchter Tötung ermittelt.
Update: 08.01.2018 - 14:40 Uhr Kommentieren
Deniz Naki: Schüsse auf deutsch-türkischen Fußballprofi  Quelle: dpa
Deniz Naki

Dem Profifußballer wurde Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen.

(Foto: dpa)

Düren/AachenDer deutsch-türkische Fußballprofi Deniz Naki ist eigenen Angaben zufolge in der Nacht zu Montag auf der A4 nahe Düren von einem anderen Auto aus beschossen worden. „Ich habe mich sofort weggeduckt und bin dann rechts auf den Standstreifen gerollt. Ich hatte Todesangst“, sagte der 28-Jährige der Onlineausgabe der „Welt“. Die Schüsse seien aus einem schwarzen Kombi abgefeuert worden, der auf der linken Spur etwas zurückgesetzt gefahren sei.

Er sei auf der Spur ganz rechts gefahren, als er plötzlich Schüsse gehört habe. Der schwarze Kombi sei nach den Schüssen weitergefahren. Bilder, die Naki dem Bericht zufolge nach dem Anschlag aufnahm, sollen Einschusslöcher am Fenster und nahe eines Reifens seines Wagens zeigen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen versuchter Tötung gegen Unbekannt. „Wir ermitteln in alle Richtungen“ ,sagte die Aachener Staatsanwältin Katja Schlenkermann auf dpa-Anfrage. Auch eine politisch motivierte Tat sei nicht auszuschließen. „Wir nehmen die Angaben von Herrn Naki sehr ernst.“

Die Polizei in Aachen hatte zuvor mitgeteilt, auf der A4 sei auf ein fahrendes Auto ein Schuss abgegeben worden, der Fahrer sei unverletzt geblieben. Zur Identität des Beschossenen gab es zunächst keine Angaben. Auch die Hintergründe des Zwischenfalls waren zunächst unklar. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Montagmorgen ermittelt die Staatsanwaltschaft Aachen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Die Hamburger Linke-Politikerin Cansu Özdemir berichtete auf Twitter von dem Vorfall.

In der Online-Ausgabe der „Welt“ spricht der unverletzt gebliebene Naki von einem „Mordanschlag“. Im Onlinemagazin „Bento“ sagte der Fußballer: „Ich glaube, dass es hier um eine politische Sache geht“. In der Türkei sei er „eine laufende Zielscheibe, weil ich mich pro-kurdisch äußere“.

Der frühere Spieler des FC St. Pauli und des SC Paderborn, der in Düren aufwuchs, steht inzwischen bei dem kurdischen Verein Amed Sportif Faaliyetler unter Vertrag, der in der dritten türkischen Liga spielt. Naki wurde in der Türkei im Mai 2017 zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Ihm wurde Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Im Sommer vergangenen Jahres wurde Naki dem Bericht zufolge während eines Spiels von einem Zuschauer zusammengeschlagen. Naki spielte früher unter anderem zusammen mit Mats Hummels und Jerome Boateng in der deutschen U21-Nationalmannschaft.

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