Dennoch Warnung vor Atomausstieg: Eon vertraut auf russische Vertragstreue

Dennoch Warnung vor Atomausstieg
Eon vertraut auf russische Vertragstreue

Die EU und deutsche Energieversorger haben ungeachtet des Streits um Gaslieferungen zwischen Russland und der Ukraine nicht den geringsten Zweifel an der Vertragstreue Moskaus.

HB HAMBURG. Der lettische EU-Energiekommissar Andris Piebalgs sagte in einem Interview des Magazins „Focus“: „Die Russen können rechnen. Die EU ist ihr wichtigster Abnehmer. Auf diese Einnahmequelle werden sie nicht verzichten.“

Der Chef von Deutschlands größtem Gas-Unternehmen Eon Ruhrgas, Burckhard Bergman, wies im „Focus“ alle Zweifel an der Verlässlichkeit Russlands als Energie-Lieferant zurück. „Russisches Gas fließt seit mehr als 30 Jahren zuverlässig nach Deutschland, und in dieser Zeit ist wesentlich mehr passiert als in der vergangenen Woche.“

Piebalgs will die 25 Mitgliedstaaten der Europäischen Union verpflichten, nationale Gasvorräte von mindestens zwei Monaten anzulegen. In dem „Focus“-Interview sagte der Lette: „Ich arbeite an einem gemeinsamen europäischen Konzept. Meine zentrale Forderung lautet: Jedes Land soll mindestens zwei Monate Lieferausfall überbrücken können.“

Im Gegensatz zu Öl und Ölprodukten - wo es eine Vorratspflicht für 90 Tage gibt - halten die Unternehmen in Deutschland bei Gas eine freiwillige Reserve für 75 Tage vor, um Schwankungen oder Lieferengpässe zu überbrücken.

Der Chef des größten deutschen Energieversorgers Eon, Wulf Bernotat, warnte in einem Interview des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ vor den Folgen eines Atomausstieges. Bisher habe noch niemand eine „vernünftige Antwort darauf gegeben, wie die Versorgungslücke nach Abschaltung der Kernkraftwerke geschlossen werden soll“. Bernotat bezeichnete es als „Illusion“, den Ausfall der Kernkraftwerke durch regenerative Energien und Gaskraftwerke kompensieren zu wollen.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger plädiert dafür, bestehende und sichere Kraftwerke vorerst weiter zu betreiben. Der CDU-Politiker sagte am Sonnabend im Inforadio vom rbb, die Alternativen wären entweder teurer Importstrom aus Frankreich, wo er unter anderem in Atomkraftwerken gewonnen werde, oder der Import von Gas aus Ost-Europa, was wiederum die Abhängigkeit von diesen Ländern verstärken würde.

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