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14.07.2008 

Der Emissionshandel ist eines der zentralen Instrumente zur Reduktion von Kohlendioxidemissionen. Für alle Anlagen aus den Bereichen Industrie und Energieerzeugung, die zur Teilnahme am Handel verpflichtet sind, gibt es eine absolute Emissionsobergrenze, die durch die Zahl der zur Verfügung stehenden Zertifikate definiert ist: Jährlich dürfen die insgesamt 1665 teilnehmenden deutschen Anlagen 453 Mill. Tonnen Kohlendioxid emittieren.

Bislang halten sich die Kosten für den Emissionshandel in Grenzen. Die teilnehmenden Anlagen bekommen die Emissionsberechtigungen ganz überwiegend kostenlos zugeteilt. In der Regel ist die Ausstattung großzügig bemessen. Nur wenn die Unternehmen mit den Zertifikaten nicht auskommen – etwa weil sie die Produktion steigern – müssen sie Zertifikate nachkaufen.

Etwas anders sieht es für die Energiekonzerne aus: Sie bekommen bereits seit Anfang 2008 keine Vollausstattung mehr und müssen Zertifikate im Umfang von neun Prozent des deutschen Zertifikatebudgets zukaufen. Diese Zertifikate werden von der KfW Tag für Tag veräußert. Nach den bisherigen Verkäufen in diesem Jahr zeichnet sich ab, dass die Einnahmen am Jahresende die Grenze von einer Mrd. Euro überstiegen haben dürften. Kalkuliert hatte das Bundesumweltministerium lediglich mit 400 Mill. Euro.

Seit Monaten bewegen sich jedoch die Preise für die Emissionszertifikate nach oben. Zu Jahresbeginn kostete die Berechtigung, eine Tonne Kohlendioxid zu emittieren, noch um die 20 Euro, mittlerweile liegt der Wert bei über 26 Euro. Wer Zertifikate für die kommenden Jahre erwerben will, muss noch tiefer in die Tasche greifen: Die Preise für 2012 liegen über 30 Euro.

Der Finanzminister kann sich daher berechtigte Hoffnungen auf erhebliche Zusatzgewinne machen: Aus den gut 450 Mill. Zertifikaten würden sich im Falle der kompletten Versteigerung allein 2013 bei einem Preis von 30 Euro je Zertifikat Einnahmen für den Bundeshaushalt in Höhe von 13,5 Mrd. Euro ergeben.

Besondere Nutznießer der strompreistreibenden Wirkung der Auktionierung von Zertifikaten sind übrigens die Kernkraftwerksbetreiber. Für den Betrieb ihrer Anlagen müssen sie keine Zertifikate ersteigern. Sie profitieren aber vom steigenden Strompreisniveau.

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