Der Fall Hoeneß Deutsche Schadenfreude, Schweizer Sorgen

Mit Befremden registrieren die Schweizer, mit welcher Lust die Deutschen ihre Idole wie Uli Hoeneß öffentlich zerreden. Der Fall irritiert sie aber auch, weil sie negative Folgen für den eigenen Finanzplatz befürchten
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Uli Hoeneß hat mit seinem Steuervergehen eine gesellschaftliche Debatte entfacht - nicht nur in Deutschland. Quelle: dpa

Uli Hoeneß hat mit seinem Steuervergehen eine gesellschaftliche Debatte entfacht - nicht nur in Deutschland.

(Foto: dpa)

ZürichAm Dienstag hat es die Affäre Hoeneß zur Titelgeschichte der Neuen Züricher Zeitung geschafft; einem Blatt, das sich selbst wohl als Gegenstück zum Sensationsjournalismus sieht. „Hoeneß im Getümmel vor dem Strafraum“, lautet die Schlagzeile des Artikels, der nüchtern die Fakten zusammenfasst.

Wesentlich pointiertet liest sich der Kommentar von Eric Gujer in der NZZ. Deutschland liebe seine Helden, „Aber noch mehr liebt es Deutschland, mit einer Mischung aus Schadenfreude und Entsetzen seinen Helden beim Sturz zuzuschauen.“ Die Aufregung um Hoeneß mutmaßlicher Steuerhinterziehung wird in einer Linie mit dem Bestreben von SPD und Grünen gesehen, den Staat durch Steuererhöhungen noch mehr Geld zuzuführen. „Links-Sein muss man sich leisten können und die Deutschen können sich dies derzeit leisten.“

Steuerflüchtling Hoeneß erfährt in der Schweiz zudem gewisses Verständnis: „Kaum jemand fragt nach den Gründen für diese Abwanderung, das vergleichsweise hohe Maß an Schwarzarbeit oder eben die Neigung, sein Erspartes über die Grenze zu schaffen“, argumentiert Gujer.

Diese Idee vertrat auch Roger Köppel, Chefredakteur und Verleger des Wochenmagazins „Weltwoche“ am Montag Abend in der ARD-Talkshow „hart aber fair“. Die Deutschen müssten sich doch Fragen, was Menschen wie Hoeneß dazu treibe, ihr Geld ins Ausland zu bringen. Offenbar sei der Steuerdruck zu hoch.

Schweizer Bankenkreise fürchten nun dagegen, dass der Fall Hoeneß dazu führen könnte, dass vor allem prominente Kunden jetzt vor einer Selbstanzeige zurück schrecken, aus Angst, dass diese wie bei Hoeneß an die Öffentlichkeit dringen könnte. Nachdem das deutsch-schweizer Steuerabkommen geplatzt ist, drängen aber die Banken ihre Kunden mit unversteuerten Vermögen verstärkt dazu, ihre Situation zu bereinigen. Und das einzig probate Mittel hierfür ist die Selbstanzeige.

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4 Kommentare zu "Der Fall Hoeneß: Deutsche Schadenfreude, Schweizer Sorgen "

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  • hallo was hat er gemacht nichts er hat nur die erträge nicht angegeben die zinsen er hat kein schwarzgeld gewaschen wie die anderen u die spd steinbrück sollte die fresse halten was war mit seinen honorare die er dem bundestag nicht gemeldet hat wer ohne sünde ist werfe den 1 stein

  • Die "Sport-Promies" werden mit Geld vollgeschissen von Werbe-TV, GEZ-TV und von Sport-Förderung auf Steuerzahler-Kosten. Ist denen das immer noch nicht genug ?? Diese Pseudo-Promies sind "Politische Aushängeschilder" wie Nutten, die reich bezahlt sind und alles machen ..... für GELD. Widerlich !

  • Dieser Artikel ist ebenso dümmlich wie unrichtig. Allein R. Köppel als Sachverständigen für unser Steuersystem zu benennen, ist schlicht dreist. Daß diese Affäre solche Wellen schlägt hat nichts mit der Mentalität der Deutschen oder der Reaktion der SPD zu tun. Sondern sehr viel mit der Person des Herrn Höneß und seiner Präsentation in der Öffentlichkeit über Jahrzehnte hin. Es ist eben allemal eine Sensation, wenn der Bischof im Bordell erwischt wird, obwohl tausende Männer jeden Tag dasselbe tun. Wenn man diesen Artikel liest, kann man nur sagen: man merkt die Absicht und ist verstimmt. So primitiv geht es nun doch nicht!!

  • "Uli Hoeneß kündigt Klagen gegen Medien an.

    Bayern-Boss Uli Hoeneß hat nach Bekanntwerden seiner Steueraffäre einigen Medien mit Klagen gedroht.
    "Gegen die Exzesse in einigen Berichterstattungen werde ich mich anwaltschaftlich zur Wehr setzen", sagte er dem "Münchner Merkur".
    Für eine Zeitung, behauptete er, "wird das richtig teuer". Welches Blatt er meinte, ließ er offen.
    Die Staatsanwaltschaft München II kündigte an, vorerst keine Angaben mehr zu den Vorwürfen gegen den Präsidenten des FC Bayern machen. Auch Hoeneß will zum Sachverhalt selbst schweigen.

    weiter
    http://de.nachrichten.yahoo.com/hoene%C3%9F-zahlte-laut-bams-sechs-millionen-steuern-091218927.html

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