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17.12.2007 
Infrastrukturprojekt

Der Flughafenausbau Frankfurt kommt

von Guido Rijkhoek

Die hessische Landesregierung hat über das wichtigste Infrastrukturprojekt Deutschlands entschieden: Am Dienstag wird Hessens Landesregierung grünes Licht für eine neue Startbahn in Frankfurt geben. Bis 2011 möchte Frankfurt seine Kapazität um 50 Prozent steigern – und mit den wachstumsstärkeren Flughäfen Amsterdam, London und Paris gleichziehen.

WIESBADEN. Allgemein wird erwartet, dass Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) am morgigen Dienstag den Ausbau des Frankfurter Flughafens genehmigen wird. Bis 2011 soll der mit Abstand größte deutsche Flughafen seine Kapazität um 50 Prozent steigern. Trotz erheblicher Belastungen für die Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet ist der Widerstand gegen das Projekt nur noch schwach.

„Dieses wird sicherlich die wichtigste Entscheidung meiner bislang zwei Amtszeiten werden", erklärt Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU). Niemand zweifelt mehr daran, dass die Landesregierung die Anträge des Flughafenkonzerns Fraport weitgehend billigen wird. Es werde eine positive Entscheidung geben, erklärte Koch erst am vergangenen Freitag in einer Fraport-Betriebsversammlung.

Zwischen 4 Mrd. und 4,5 Mrd. Euro wird die Erweiterung kosten. „Der Flughafenausbau ist das größte und bedeutendste privat finanzierte Investitionsvorhaben in Deutschland", betont Fraport-Chef Wilhelm Bender. Das Unternehmen will eine neue, 2 800 Meter lange Landebahn und ein drittes Passagierterminal für jährlich 25 Millionen Fluggäste bauen. Das Projekt soll den Rhein-Main-Airport in die Lage versetzen, künftig 120 Starts und Landungen pro Stunde abzuwickeln. Pro Jahr könnten dann rund 700 000 statt bislang 490 000 Flüge abgewickelt werden. Bis 2020 dürfte die Zahl der in Frankfurt abgefertigten Passagiere von derzeit rund 53 auf 88,3 Millionen steigen.

Damit würde Frankfurt wieder mit den deutlich wachstumsstärkeren Flughäfen Amsterdam, London und Paris gleichziehen, wie Martin Gaebges, Generalsekretär der Luftverkehrsvereinigung Barig erklärt: „Wenn die Frankfurter das nicht schaffen, werden sie künftig nicht mehr in der ersten Liga mitspielen." Nebenbei sollen so 40 000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Die Bedeutung des Frankfurter Flughafens für die deutsche Wirtschaft ist kaum zu überschätzen. Rund zwei Millionen Tonnen Fracht werden pro Jahr hier umgeschlagen. Der Rhein-Main-Airport ist damit der größte Frachtflughafen Europas. „Wir haben in Deutschland nur einen Flughafen von Weltformat und das ist der Rhein-Main-Airport", betont Volker Fasbender, Geschäftsführer der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände. Zudem ist der Flughafen Deutschlands größte Arbeitsstätte. Rund 70 000 Menschen arbeiten hier, davon rund 35 000 für die Lufthansa.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Streit um Nachtflüge.

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