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20.12.2007 

Herr Zöllner sagt, Geld ist nicht das Problem – obwohl wir im internationalen Vergleich eher wenig für Bildung ausgeben.

Zöllner: Natürlich wäre mehr Geld hilfreich. Aber das darf nicht davon ablenken, dass anderes in einigen Bereichen sogar wichtiger ist. Gerade Pisa zeigt, dass es keinen relevanten Zusammenhang zwischen Ausgaben und Erfolg gibt. Natürlich müssen wir mehr investieren, aber den Problemen müssen wir vor allem mit individueller Förderung jedes einzelnen Kindes, mit Ganztagsschulen, mit Qualitätssicherung in den Schulen und Teamarbeit begegnen.

Hüther: Flächendeckende Ganztagsschulen kosten 8,5 Mrd. Euro Umstellungskosten und 5,7 Mrd. laufende Zusatzkosten. Zudem müsste man mal US-Studien empirisch prüfen, wonach die Klassengröße angeblich keinen Effekt hat. Da sind wir gerade beim „G8“ im Blindflug unterwegs. Die Folge ist, dass weniger Kinder aufs Gymnasium gehen und mehr von dort auf die Realschulen zurückgeschickt werden. Hier lösen die Länder ihre Versprechen nicht ein.

Zöllner: Beim „G8“ waren die Probleme von Anfang an klar. Deshalb bietet Rheinland-Pfalz als einziges Bundesland das „G8“ nur in Ganztagsschulen an und setzt ansonsten auf zwölfeinhalb Schuljahre. Andere haben jetzt Probleme mit der Organisation und brauchen zudem viel mehr Geld, weil die Jüngeren mehr Unterricht bekommen und die Älteren noch nicht aus dem System raus sind. Einsparungen gibt es erst, wenn sie nicht mehr nötig sind, weil die Schülerzahl ohnehin zurückgeht.

Hüther: Aber die großen Anstöße wie das Ganztagsschulprogramm kamen vom Bund.

Zöllner: Und warum? Weil die SPD in Rheinland-Pfalz vorher damit die Wahl gewonnen hat.

Das mit vier Mrd. Euro dotierte Ganztagsschulprogramm des Bundes läuft aus: Hoffen Sie auf eine Fortsetzung?

Zöllner: Ich bin überzeugt, die Ganztagsschule wird zum Normalfall für alle Schularten. Es fragt sich nur, wie schnell das geht – das hängt auch vom Geld ab. In Berlin sind wir bei den Grundschulen so weit, ich werde das für die anderen Schularten antreiben. Ich weiß aber genau, dass ich morgen und übermorgen dafür vom Bund kein weiteres Geld kriege.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: „Nach Pisa ist unstrittig, dass wir die Kinder zu früh sortieren"

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