Der Mord an den europäischen Juden
Vernichtung bis zum Kriegsende

Millionen Menschen fielen dem nationalsozialistischen Rassenwahn, der Ideologie vom Herren- und Untermenschen zum Opfer. Angetrieben von dem von Hitler und seinen Gefolgsleuten beharrlich propagierten Feindbild „Jude“ setzte das Regime im Zuge des von ihm angezettelten Weltkriegs in seinem Einflussgebiet in Europa eine immense Logistik mit einem einzigen Ziel in Gang: Die Vernichtung der europäischen Juden.

HB HAMBURG. Im Gas erstickt, zu Tausenden an Massengräbern niedergeschossen, eingepfercht in der quälenden Enge der Gettos, auf Todesmärschen oder im Arbeitseinsatz aus Hass und Gehorsam vernichtet - bis in den Untergang des Dritten Reiches funktionierte das über Jahre radikalisierte Räderwerk des NS-Terrors gegen unschuldige Menschen.

Nach der so genannten Machtergreifung der NSDAP im Januar 1933 radikalisierte sich die antijüdische Politik in Deutschland durch Entrechtung, Ausgrenzung, Pogrome und Ausbeutung zunehmend. Trotz bereits früher Hass erfüllter Äußerungen Hitlers, die auch eine physische Vernichtung der Juden nicht ausschlossen, war der Weg in den Holocaust keineswegs das Resultat einer konsequenten antisemitischen Politik. Ein Räderwerk konkurrierender Instanzen um Macht und Gunst oder die schnellen militärischen Erfolge zum Beginn des Krieges und das damit rasant wachsende Einflussgebiet der Nationalsozialisten bestimmten schließlich den Entscheidungsprozess.

Der Historiker Christopher Browning beschreibt den Weg in die „Endlösung“ wie folgt: „Von der Dynamik des politischen Systems des Nationalsozialismus angetrieben, sorgte ein wie von einem Sperrrad gesteuerter Entscheidungsprozess dafür, dass Radikalisierungssprünge und taktische Pause einander abwechselten, ohne jemals eine Mäßigung oder Rücknahme zu gestatten.“

Gab es nach dem Beginn des Krieges und den ersten schnellen Siegen noch Überlegungen und Pläne, Juden in ein Reservat bei Lublin oder auf die französische Kolonialinsel Madagaskar zu bringen, wandelte sich das Ziel der antisemitischen Politik des NS-Regimes mit dem Angriff auf die Sowjetunion und dem skrupellos geführten Vernichtungskrieg im Sommer 1941 drastisch. „Im Herbst 1941 begann mit der systematischen, bürokratisch geregelten und bis ins Detail programmierten Deportation der Juden aus Deutschland die letzte Phase nationalsozialistischer Judenpolitik. Sie war nunmehr zielstrebig und ausschließlich darauf gerichtet, die europäische Judenheit auszurotten“, sagt der Historiker Wolfgang Benz. „Der Angriff auf die Sowjetunion bot neue Möglichkeiten zur „Endlösung“, nämlich Vernichtung ohne Umwege.“

Seite 1:

Vernichtung bis zum Kriegsende

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%