Der Noch-Grüne
Geht der „bad guy“?

Oswald Metzger macht es spannend: Am Dienstag will der Finanzexperte und frühere Bundestagsabgeordnete verkünden, ob er den Grünen den Rücken kehrt. Inhaltlich lag der 52jährige Wirtschftsliberale, der im Stuttgarter Landtag sitzt, immer wieder mit dem grünen Mainstream im Clinch.

HB. Der hat eine klare ordnungspolitische Überzeugung. Den könnten wir in der Union gut gebrauchen“ hat der Vizefraktionschef der Union, Wolfgang Bosbach gesagt. Gemeint hat er den Noch(?)-Grünen Oswald Metzger, der sich in Nürnberg selbst als „bad guy des Parteitags“ vorstellte.

Vor dem Parteitag platzte ihm erneut der Kragen: Die Wahl zwischen der 60 Mrd. Euro teueren „Grundsicherung“ der Parteiführung und dem „Grundeinkommen“ der Linken sei eine Wahl zwischen „Pest und Cholera“, wütete er.

Das Maß voll machten seine Ausführungen über Sozialhilfeempfänger, von denen manche ihren Lebenssinn darin sähen, „Kohlenhydrate oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen“, die dann „verdickt und verdummt“ aufwachsen müssten. Den Aufruf der Parteispitze, er solle sich entschuldigen, ignorierte Metzger ebenso wie die Ermahnung „Oswald, geh in dich“ durch Parteichef Bütikofer.

Auch Grüne müssen bei sozialen Wohltaten „an die denken, die das alles bezahlen“, sagte der Schwabe in die Kameras. Vom Podium rief er, es gehe nicht an, dass selbst Grüne „dem Gatten der gut verdienenden Kieferchirurgin“ ein eigenständiges Recht auf Hartz IV geben wollen.

Wenn er geht, geht er unter Schmerzen. Ob ihn die Parteispitze rausdrängen wolle? „Vielleicht“, antwortete er mit kippender Stimme und Tränen in den Augen.

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