Der stille Strippenzieher
Porträt: Jens Böhrnsen

Die politisch wichtigen Fäden hält der designierte Bremer Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) längst in der Hand. Als Fraktionschef steuerte er in den vergangenen sechs Jahren immer wieder einen Kurs, der auf kritische Distanz zum Koalitionspartner CDU führte. Gelegentlich eckte Böhrnsen dabei auch mit seinem Parteifreund, dem scheidenden Senatspräsidenten Henning Scherf, an.

HB BREMEN. Im Gegensatz zu seinem jetzt unterlegenen Rivalen Willi Lemke hat sich Böhrnsen meistens im Hintergrund gehalten und sich dabei nicht groß nach Publicity gedrängt. Anfang des Jahres machte er gemeinsam mit dem Bremer SPD-Landeschef Carsten Sieling Schlagzeilen, als er eine Neuausrichtung der Bremer Sanierungspolitik forderte.

Dabei rügte Böhrnsen auch das Verhalten der CDU in der Koalition und kritisierte „Illoyalitäten und Profilierungsgelüste“ von CDU- Senatoren. Böhrnsen wurden immer wieder Sympathien einer rot-grünen Koalition nachgesagt. Er selbst bekennt er sich lieber zu sozialdemokratischen Wurzeln und Traditionen: „Ich bin ein Roter.“ Mit Stolz verweist er auf seinen Vater, der 25 Jahre Betriebsrat war: „Das hat mich auch geprägt.“

Böhrnsen ist gebürtiger Bremer und studierter Jurist. Seine politische Laufbahn begann er nach einer Karriere als Richter. 1980 wurde er Richter am Verwaltungsgericht Bremen. 1995 wurde der Vater zweier Kinder zum ersten Mal in die Bürgerschaft gewählt und nahm im Parlament zunächst auf den Hinterbänken Platz. 1999 wählte die Fraktion ihn zum Vorsitzenden.

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