Desertec
Regierung hält an Wüstenstrom-Projekt fest

Die Bundesregierung nimmt die anderen EU-Mitgliedstaaten in die Pflicht. Sofern diese einen "substanziellen Beitrag" leisten, will aber auch Deutschland an dem Wüstenstrom-Projekt Desertec im Süden Marokkos festhalten.
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OsnabrückTrotz Verzögerungen und Rückschlägen im Jahr 2012 hält die Bundesregierung an ihrem Engagement für das Wüstenstrom-Projekt Desertec fest. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" nannte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) allerdings Voraussetzungen für eine weitere Unterstützung. So plane das Wirtschaftsministerium, das Solarkraft-Projekt in Zusammenarbeit mit weiteren Ressorts der Bundesregierung finanziell zu fördern.

Voraussetzung sei aber, dass "weitere EU-Mitgliedstaaten einen substanziellen Beitrag zur Umsetzung des Pilotprojektes leisten und das Projekt politisch unterstützen".

Ferner seien, so Rösler weiter, auch die beteiligten Unternehmen in der Pflicht, weitere Partner zu gewinnen. "Sollten die Verhandlungen positiv verlaufen, könnte die Unterzeichnung einer gemeinsamen politischen Absichtserklärung für nächstes Jahr angestrebt werden", erklärte der Minister.

Konkret könnte im Süden Marokkos ein erstes Pilotprojekt mit Stromlieferungen nach Europa entstehen. "Die Bundesregierung wird sich dafür einsetzen, dass in der für 2013 geplanten zweiten Ausschreibungsphase am Standort Ouarzazate ein Teil der Stromproduktion ins europäische Stromnetz exportiert wird", sagte der FDP-Politiker.

 


Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Desertec: Regierung hält an Wüstenstrom-Projekt fest "

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  • Henry...die Sonneneinstrahlung und damit der Stromertrag mag in der Wüste Marokkos doppelt so hoch sein wie im regnerischen Deutschland. Allerdings ist auch in Marokko die Solarstromerzeugung vom Tagesverlauf abhängig. Im Winter wenn in Mitteleuropa doppelt soviel Strom benötigt wird wie im Sommer ist die Erzeugung 1/3 dessen des im Sommer erzeugten Stroms. Der Strom ist demzufolge ziemlich wertlos.

    Die Kosten einer Solarstromerzeugung sind auch in der Wüste exorbitant. Der Aufwand beträgt ein Vielfaches dessen eines modernen umweltfreundlichen Kernkraftwerks.

    Insgesamt sind solche Ökosolarmonster ausschliesslich von Subventionen abhängig.

    Interessant ist die gesunkene Bereitschaft der Regierung ein derartiges umweltschädliches Solarmonster zu subventionieren.

    Vandale

  • Regierung hält an Wüstenstrom-Projekt Desertec fest. Die Idee mit der Sonne einigen Strom zu erzeugen ist nicht schlecht. Nur die Ausführung und Verwendung ist dilettantisch.

    Der Transport von Strom aus Süd Marokko nach Europa ist abenteuerlich und unrealistisch, wie das doch der Transport der Windenergie vom Norden in den Süden von Deutschland zeigt.

    Viel mehr ist die gewonnene elektrische Energie durch die Sonne in Marokko für das Betreiben von nahe liegenden Wasserpumpen zu nutzen. Mit dem Wasser könnte eine Landwirtschaftskultur geschaffen und die Infrastruktur erheblich verbessert werden.

    Dort wo das Wasser knapp ist, sollte zuerst dafür gesorgt werden, dass das Wasser fließt. Wasser bedeutet Leben. So wird dem Land und der Welt geholfen.

  • Afrikastrom ist eine grün lackierte Schnapsidee. Warum geht man das politische Risiko mit Islamisten, Unruhen usw. ein, wenn man 100 km nördlich in einem EU-Land ähnliche klimatische Bedingungen vorfindet bei wesentlich stabilerer Beschaffungssituation? Oder sollen hier wieder potentielle Anleger und der ahnungslose Steuerzahler abgezockt werden?

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