Deutliche Vorbehalte gegen Aussöhnung
SPD streitet um Annäherung an Lafontaine

Vor dem Landesparteitag der saarländischen SPD streitet die Partei um eine Annäherung an ihren Ex-Vorsitzenden Lafontaine. Während die einen den Streit beilegen wollen, sagen andere, Lafontaine habe «verschissen».

HB BERLIN. Unter führenden SPD-Politikern ist Streit über den Umgang mit ihrem ehemaligen Vorsitzenden Oskar Lafontaine entbrannt. Lafontaine wird auf dem saarländischen Landesparteitag am Sonntag in Bexbach auf den SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering treffen.

Der saarländische SPD-Vorsitzende Heiko Maas sagte dem Onlinedienst der Zeitschrift «Cicero»: «Ich war immer der Meinung, dass das Verhältnis zwischen Oskar Lafontaine und der SPD normalisiert werden muss.» Der SPD-Fraktionsvize im Bundestag, Michael Müller, sagte der «Bild am Sonntag» nach einer Vorabmeldung: «Oskar ist und bleibt Sozialdemokrat - es ist besser, er macht bei uns mit als bei irgendwelchen Hasardeuren.»

Das SPD-Vorstandsmitglied Hermann Scheer sagte der Zeitung: «Ich war immer gegen eine Ausgrenzung Oskars.» Von einer Normalisierung des Verhältnisses würden beide Seiten profitieren. Die SPD-Abgeordnete Sigrid Skarpelis-Sperk sagte der Zeitung: «Ein Händeschütteln ist nicht genug. Lafontaine und Müntefering sollten ein ernsthaftes Gespräch führen über die künftige Strategie der SPD.» Alle müssten miteinander den Karren aus dem Dreck ziehen.

Der neugewählte Juso-Bundesvorsitzende Björn Böhning und der nordrhein-westfälische Landeschef Harald Schartau wandten sich am Samstag strikt gegen eine Annäherung von SPD und Lafontaine. «Wir brauchen neue Köpfe in der SPD, und zu denen gehört Lafontaine nicht», sagte der neue Juso-Chef Böhning der Nachrichtenagentur AP.

Böhning sagte: «Das Gespenst Lafontaine geistert immer wieder durch die SPD, wenn sie in einer schwierigen Situation ist. Das hilft uns nicht weiter.» Lafontaine hätte der SPD geholfen, wenn er sein Ministeramt nicht verlassen hätte. Nun halte er von einer Wiederannäherung «gar nichts».

NRW-Parteichef Schartau sagte der «Bild am Sonntag»: «Lafontaine ist als Kapitän in stürmischer See von Bord gegangen. Er hat unser Vertrauen für immer verspielt.» Keinesfalls dürfe Lafontaine erneut eine wichtige Rolle in der SPD spielen, sagte Schartau. «Bei mir hat Lafontaine verschissen.»

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