Deutsch-französische Freundschaft Zwei Staaten, zwei Ansichten

Seit 50 Jahren besteht der deutsch-französische Freundschaftsvertrag. Bei den anstehenden Feierlichkeiten will Angela Merkel die Beziehung erneut würdigen. François Hollande sieht den Bund deutlich kritischer.
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In ihrer Videobotschaft kündigte Angela Merkel an, Deutschland und Frankreich werden gemeinsam an einem vereinigten Europa arbeiten. Quelle: dapd

In ihrer Videobotschaft kündigte Angela Merkel an, Deutschland und Frankreich werden gemeinsam an einem vereinigten Europa arbeiten.

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Berlin/FrankfurtKurz vor dem Jubiläum der sogenannten Versöhnungsmesse in Reims hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die deutsch-französische Freundschaft gewürdigt. Merkel sagte am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft, Frankreichs früherer Staatspräsident Charles de Gaulle und der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer hätten 1962 „Mut und Weitsicht“ bewiesen. „Sie haben die Bedenken vieler beiseite getan und haben einen Neuanfang gewagt; einen einzigartigen Neuanfang, der international zu einer der bedeutendsten Freundschaften geführt hat“, erklärte die CDU-Vorsitzende.

Die Kanzlerin wird am Sonntag gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten François Hollande an einer Gedenkfeier in der Kathedrale von Reims teilnehmen. Schon de Gaulle und Adenauer hätten gesagt, die deutsch-französische Freundschaft sei ein unerlässlicher Schritt auf dem Weg zu einem vereinigten Europa.

François Hollande warnt: Die deutsch-französische Freundschaft dürfe nicht als Direktorium für Europa verstanden werden. Quelle: AFP

François Hollande warnt: Die deutsch-französische Freundschaft dürfe nicht als Direktorium für Europa verstanden werden.

(Foto: AFP)

„Genau daran arbeiten wir - Deutschland und Frankreich - gemeinsam. Und das tun wir auch angesichts der aktuellen Herausforderungen“, sagte Merkel mit Blick auf die Euro-Krise. Sie werde in Reims noch einmal deutlich machen, dass Deutschland und Frankreich gemeinsam daran gehen, „die Aufgaben unserer heutigen Zeit zu lösen“.

Gänzlich anders sieht das François Hollande. In einem Interview mit der französischen Zeitung „L'Union“ (Samstagsausgabe) warnt er vor einem Alleingang beider Länder in der Europapolitik. Zwar sei in Europa sicherlich nichts möglich, wenn Frankreich und Deutschland sich nicht einig seien. Allerdings dürfe man die „Beziehung nicht wie ein Direktorium verstehen, in dem Frankreich und Deutschland allein für Europa entscheiden.“ Die übrigen Länder müssten eingebunden werden.

  • dapd
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16 Kommentare zu "Deutsch-französische Freundschaft: Zwei Staaten, zwei Ansichten"

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  • Françoise Hollande muss kluge Frauen in seiner Umgebung haben. Er strebt nicht nur das Richtige im Sinne aller an, sondern tut es auch noch sehr besonnen.

  • Ich kann Ihnen nur zustimmen: Der relativ harte Euro (im Vergleich zu Drachme, Lira usw.) erschwert diesen Ländern Exporte und bremst Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.

    Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien - dass ist Ökonomie-Grundstudiums-Wissen.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

  • SayTheallesnurBlödsinn: Nur getroffene Hunde bellen auf ihrem Niveau.

  • Ockham, wenn Sie nicht begreifen, worüber wir schreiben und diskutieren, sollten Sie vielleicht bei nickelodeon.de mal chatten. Dort ist das Niveau abgesenkt und leichetr verständlich. Also warum verbeissen Sie sich so permament in unsere Diskussionen, wo sie doch garnichts substantiell verstehen, was wir beschreiben ?

  • @DERRichter und SayTheirgendwas: weder Sie beide, noch Margrit haben hier je auch nur irgendeinen Inhalt von sich gegeben. Also existiert nichts, womit man sich auseinandersetzen könnte. Das ist eine überprüfbare, nachgewiesene Tatsache.

  • Genau, Herr Ockham könnte zu Merkels Medien-Säuberungskommando gehören, richtig ?? Lassen Sie mal Margrit in Ruhe. Jedem sein recht zu schreiben. Wenns zu schlimm wird, streicht die HB-Redaktion die Zeilen - das ist schon ok so.

  • Was immer der Ursprung des Zitats, De Gaulle hat es auf jeden Fall auch verwendet. In der engen Eingabemaske bei Handelsblatt Online unterlaufen einem zudem schon mal schnell übersehene Orthographiefehler. Kein Grund also sich wegen ein oder zwei Druckfehler so aufzuspielen. Statt dessen sollten Sie sich mit Margritt lieber inhaltlich auseinandersetzen, und nicht den Oberlehrer spielen.

  • Ach, Frau Steer... Das Zitat beginnt korrekt nicht mit dem Wort "Völker" sondern mit dem Wort "Staaten". Und der Ursprung liegt nicht bei de Gaulle. Nur weil das mal bei PI so stand ist es nicht richtig. Die NPD schreibt das Zitat Bismark zu. Der Ursprung dieses Zitat ist nicht festzustellen.

    Und tun Sie bitte den anderen Lesern hier einen Gefallen: vor dem Abschicken ihrer "Ergüsse", bitte nochmal querlesen um diese furchtbare Orthografie zu verbessern. Niemand zwingt Sie zur Eile.

  • Ein visionärer Europäer wie Charles de Gaulle warnte schon bei Abschluß der Römischen Verträge seine Landsleute:
    „Völker haben keine Freunde, sondern Interessen.“ Und diese gilt es zu wahren.

    Ist doch der wohl wahrste Satzz in diesem derzeitigen Theater. Und genau das tut Hollande, Merkel jedoch nicht

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