Deutsche Ärzte im internationalen Vergleich angeblich unterbezahlt
Klinikärzte wollen 30 Prozent mehr Einkommen

Die deutschen Klinikärzte wollen „in überschaubarer Zeit“ 30 Prozent höhere Einkommen durchsetzen. Mit dieser Forderung geht die Ärztegewerkschaft Marburger Bund in mögliche Tarifverhandlungen mit Ländern und Kommunen, wie ihr Vorsitzender Frank-Ulrich Montgomery am Montag in Berlin sagte. Er drohte mit weiteren Ärzteprotesten und Streiks.

HB BERLIN. „Perspektiven zur Erhöhung der Einkommen um 30 %“ sei eine Forderung in den kommenden Gesprächen mit den Ländern, sagte Montgomery weiter. Dies müsse nicht auf einen Schlag erreicht werden, könne aber für die nächsten zwei oder drei Jahre vereinbart werden. Der Marburger Bund verwies darauf, dass die Krankenhauskosten pro Patient auch bei einem Gehaltsplus von einem Drittel nur um fünf Prozent steigen würden. Montgomery begrüßte es, dass die Tarifgemeinschaft der Länder am 15. September zu ersten Gesprächen mit dem Marburger Bund bereit sei. Die Ärztevertretung hatte zuvor die Tarifgemeinschaft mit der Gewerkschaft Verdi gekündigt, da diese die Ärzte nicht ausreichend vertreten habe.

Nachdem westdeutsche Bundesländer die Tarifverträge gekündigt hatten, um vor allem bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld Kürzungen durchzusetzen, hatte die Ärzte protestiert und gestreikt. Sollte es bei den Gesprächen mit den Ländern keine Bewegung geben, kündigte Montgomery Proteste mit 10 000 Ärzten an. Er verlangte, dass auch die Kommunen Gespräche aufnehmen müssten. Die Länder betreiben im Wesentlichen die Universitätskliniken während die übrigen Krankenhäuser in Deutschland zum großen Teil in der Hand der Kommunen sind.

Der Marburger Bund kritisiert, dass die Krankenhausärzte im europäischen Vergleich deutlich unterbezahlt seien. Außerdem leisteten sich permanent unbezahlte Überstunden. „Der Arztberuf ist vom Traum-Job zum Jobtrauma geworden.“ Dies habe bereits zu einer massiven Abwanderung von Ärzten in das Ausland geführt.

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