Deutsche Bahn: Aufsichtsrat hat „keine Kenntnis“ von Pofalla-Wechsel

Deutsche Bahn
Aufsichtsrat hat „keine Kenntnis“ von Pofalla-Wechsel

Kanzlerin Merkel weiß schon seit November von Pofallas Absichten, in den Vorstand der Deutschen Bahn zu wechseln. Doch jetzt formiert sich Widerstand im Konzern. Und der Aufsichtsratschef weiß anscheinend von nichts.
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BerlinDer Bahn-Aufsichtsrat wird bereits im Januar darüber diskutieren, ob der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) Cheflobbyist und Vorstandsmitglied wird. Wie das Handelsblatt (Montagsausgabe) aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, steht das Thema jetzt bei einer Sondersitzung des Gremiums am 30. Januar auf der Tagesordnung. Eigentlich sollte es da nur um die Bewerbung der Deutschen Bahn um die S-Bahn Berlin gehen.

Geplant hatte Bahnchef Rüdiger Grube zuvor offenbar, den CDU-Politiker auf der regulären Sitzung des Kontrollgremiums im März offiziell zu installieren. Nur ein sehr kleiner Kreis war in diesen Plan eingeweiht; neben Grube auch der Aufsichtsratsvorsitzende Utz Hellmuth Felcht. Doch nach der Indiskretion eines Eingeweihten und der massiven Kritik aus der Politik soll es jetzt schneller gehen. Die Personalie wird wegen möglicher Interessenskonflikte auch im Aufsichtsrat kritisch gesehen. „Ein Selbstläufer ist die Personalie nicht“, sagte ein Aufseher.

Nachdem zuvor mehrere Medien unter Berufung auf Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet hatten, dass es Widerstand in dem Gremium gegen einen Wechsel Pofallas in den Bahnvorstand gebe, erklärte Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht nun, der Rat habe in den letzten turnusmäßigen Sitzungen „keine Kenntnis von Überlegungen zur Erweiterung des DB-Vorstands beziehungsweise zur Bildung neuer Vorstandsressorts“.

Zuvor hatte „Die Welt“ das Aufsichtsratsmitglied Klaus-Dieter Hommel mit den Worten zitiert: „Die Personalie ist seitens der Deutschen Bahn noch längst nicht entschieden.“ Das Gremium würde gerne wissen, warum überhaupt noch ein weiterer Vorstandsposten geschaffen werden müsse, sagte der Vize-Chef der Bahngewerkschaft EVG der Zeitung. Dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ sagte ein Mitglied des Kontrollorgans, die Berufung des CDU-Politikers werde „mit Sicherheit nicht einfach durchgewinkt“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bereits Ende November von Wechselabsichten ihres damaligen Kanzleramtschefs Ronald Pofalla erfahren. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, bei diesem Gespräch habe Pofalla eine Tätigkeit bei der Bahn als eine von mehreren Möglichkeiten erwähnt. Die Kanzlerin habe Pofalla dazu geraten, eine zeitliche Distanz zu seiner Tätigkeit im Kanzleramt zu wahren. Die Initiative, dass Pofalla möglicherweise zur Bahn wechsele, sei nicht von der Kanzlerin ausgegangen, sagte Seibert auf eine entsprechende Frage.

Weder Pofalla noch die Bahn die haben die Wechselpläne des Politikers bislang bestätigt. In der „Bild am Sonntag“ hieß es, Bahn-Chef Rüdiger Grube habe einige Aufsichtsratsmitglieder am Freitag telefonisch über die Personalie Pofalla informiert. Der frühere Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel brauche aber „eine Abkühlphase“, bevor er zu dem Unternehmen stoße.

Im "Spiegel" hieß es, Teile des Aufsichtsrates wollten die Berufung Pofallas verhindern. Der Wechsel wurde nach Angaben eines Bahn-Insiders langfristig vorbereitet. Schon vor mehr als einem halben Jahr sei in der Bahn-Führung von der Schaffung eines neuen Vorstandspostens für Regierungskontakte die Rede gewesen. Dabei sei von Anfang an der Name Pofalla genannt worden. Die „Welt“ berichtete, Widerstand gegen einen neuen Vorstandsposten, den Pofalla bekleiden soll, gebe es auch auf der Arbeitnehmerseite in dem Kontrollgremium. In der Kritik stehe auch Bahn-Chef Grube mit seiner Informationspolitik.

Selbst im Bahn-Management, in das der CDU-Politiker einziehen soll, gebe es Unbehagen. „Wenn die Debatte die nächsten Wochen anhält, ist Pofalla wohl nicht zu halten“, wird ein hochrangiger Bahn-Manager zitiert.

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  • Da Merkel immr mehr Planwirtschaft einführen will, ist es doch logisch, dass sie einen ihr absolut treu Ergebenen in so einen Vorstand setzt.
    Die DDR läßt immer mehr grüßen

  • Anschlußverwendung
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    Pofalla wechselt also vom Staatsbetrieb Bund zum Staatsbetrieb Bahn.
    Dann ist ja alles in Ordnung.
    Gut, er bekommt als Cheflobbyist das 10-fache als wie als Staatssekretär, aber das ist ja normal. Er braucht auch von seinem neuen "Vorstandsposten" keine Ahnung haben, das ist sogar von Vorteil!
    Hier stellt sich nur die Frage: "Warum wurde er nicht nach Europa (Brüssel) "entsorgt"?"

  • Immer wieder begeisternd welche Typen das sind, die die Kanzlerin gerne um sich schart

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