Deutsche Bahn
Merkel nimmt Mehdorn in Schutz

Mit harten Worten hatte SPD-Verkehrsminister Tiefensee am Wochenende Bahnchef Mehdorn wegen der Datenaffäre attackiert. Jetzt schaltet sich das Kanzleramt ein - und distanziert sich von Tiefensees Kritik. Der Minister spreche nicht für die gesamte Bundesregierung, hieß es.

HB BERLIN. Die Misstrauens-Erklärung von Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee gegen Bahnchef Hartmut Mehdorn ist im Bundeskanzleramt auf schroffe Ablehnung gestoßen. "Der Bundesverkehrsminister spricht nicht für die gesamte Bundesregierung, wenn er dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn faktisch das Misstrauen ausspricht", erklärte Kanzleramtschef Thomas de Maizière. Im Gegenteil, die Aufklärung der Vorgehensweise der Deutschen Bahn gegen Korruption komme gut voran. "Jetzt geht es um die Aufklärung des Sachverhaltes, nicht um Personen."

Im Zusammenhang mit der Datenaffäre bei der Bahn und der Aufklärung hatte Tiefensee am Wochenende erklärt, sein Vertrauen in Mehdorn sei "nicht uneingeschränkt". Zudem hatte der Minister den bislang vereinbarten Börsengang der Bahn mindestens auch für die gesamte nächste Wahlperiode abgesagt.

Auch dies wies der Kanzleramtschef zurück: "Der Bundesverkehrsminister kann nicht einseitig den verabredeten Zeitplan ändern." Was Gespräche mit geeigneten Investoren im In- und Ausland angehe, gebe es "keine neue Beschlusslage der Bundesregierung".

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