Deutsche-Bank-Co-Chef
Jain zu Gast in der Welt der Grünen

Kulturschock für den Co-Chef der Deutschen Bank: Bei einer Podiumsdiskussion der Grünen-Bundestagsfraktion wagt sich Anshu Jain zum Thema „Boring Banking“ ans Mikrofon. Zwei Welten prallen aufeinander.
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FrankfurtDie Tage des persönlichen Kulturwandels von Anshu Jain gehen weiter. Nach seiner ersten großen Rede auf Deutsch begibt sich der in Indien geborene Co-Chef der Deutschen Bank nun auf noch ungewohnteres Terrain: Er spricht auf einer Veranstaltung der Grünen-Bundestagsfraktion zum Thema "Boring Banking: Vom Bankbeamten zum Investmentbanker - und zurück?". Der 50-Jährige redet zwar wieder auf Englisch, aber dafür vor einigen seiner schärfsten Kritiker in der Berliner Politik.

Der Ort der Podiumsdiskussion an diesem Dienstag ist Programm. Jain trifft die Grünen im Frankfurter Haus am Dom - einem katholischen Kultur- und Begegnungszentrum. Die Stimmung ist entsprechend friedlich. Keine Zwischenrufe, kaum kritische Fragen, aber nach den rund 90 Minuten wird dennoch klar: Hier prallen zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite der Investmentbanker, der über die Komplexität des Finanzmarktes spricht. Auf der anderen Seite eine Oppositionspartei, die nach einfacher Regulierung für die Banken ruft und damit bei der Bundestagswahl im September auf Wählerstimmen hofft.

Den Flügel vom letzten Konzert in dem Kulturzentrum nahe des Frankfurter Doms hatten die Veranstalter auf der Bühne nur notdürftig zur Seite geschoben, um Platz für die kleine Finanzkonferenz zu haben. An diesem Tag geht es zwar auch um Kultur, aber eher um die bei der Deutschen Bank. Diese soll sich radikal ändern, hat Jain versprochen. Kunden- statt Bonusorientierung, lautet die Devise.

Jain selbst will das vorleben, auch wenn ihm das viele Kritiker noch nicht ganz abnehmen. "Kulturwandel" sagt er in seinen Reden seit neuestem gerne auf Deutsch. "Geht es dabei um eine Kultur der Langeweile?", fragt Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin mit einem Grinsen auf dem Gesicht.

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  • Ja schön dann erklären sie uns doch bitte was es bei der Immobilienfinanzierung noch zu beachten gibt..?

    Ich sehe nicht ein warum Immobilien-Preise bei etwa gleichbleibenden Löhnen in der Baubranche, keinem Bevölkerungswachstum und produktiverer Bauarbeit steigen sollten.

    Klar die Preise in der Stadt steigen wegen Urbanisierung und schwindendem Vertrauen in Geldvermögen aber das ist nichts womit man vor der Krise hätte argumentieren können.

    Wenn man sich etwas mit den Tücken von Immobilien auskennt bräuchte man in einem normalen Markt keine Investmentbanker um auf Immobilien zu wetten sondern ein paar Soziologen für die Demographie und ein paar Tipps von einem Bauingenieur etc.

    Die ganze Abstraktion der Finanzwirtschaft ist es doch was sie so furchtbar ineffizient und dh obsolet macht.

    Wenn die Bank nichtmehr in Realwerte sondern nurnoch in zsmgefasste Realwerte investiert, hat sie unterm Strich keine Ahnung worein sie wirklich investiert und erfüllt damit in der Wirtschaftssteuerung keine Funktion mehr.

  • Ich verstehe nicht, was an Finanzierung "komplex" sein soll. Natürlich kann alles Komplex gestaltet werden - man muss nur die Spielregeln sehr kompliziert gestalten - und genau das ist ja auch geschehen.

    Nehmen wir die Finanzierung von Immobilien - eigentlich ein langweiliges Geschäft - Der Bau von Häusern ist ein relativ standardisiertes Verfahren, die Preise sind bekannt. Die Kunden haben meist Jobs und die Finanzierung ist geregelt. Als Sicherheit dient in der BRD das Vermögen/Einkommen/Haus. In den USA hingegen lediglich die Immobilie.

    Ein stink langweiliges Businnes soweit - die Bank verdient an einer Bearbeitungsgebühr bei Abschluss des Kreditvertrages und an den laufenden Zinsen. Häuser sind meist relativ wertstabil:

    Aber wenn etwas langweilig ist, dann lässt es sich meist schlecht teuer verkaufen, dann fehlt die "Vision":

    Also suggeriere ich den Kunden der Immobilie, dass Immobilienpreise seit Jahrhunderten empriisch beobachtet steigen und das dies wissenschaftlich belegt für immer so sein muss: Dadruch können sich plötzlich alle Bürger eine Immobilie leisten UND jeder Bürger mit Immobilie kann jedes Jahr die Hypothek erhöhen und sich das Geld auszahlen lassen!!!!!

    Cool - das Haus kostet so netto kein Geld, sondern es erwirtschaftet Gewinn....

    Die Kredite kann ich nun Bündeln - und in unterschiedliche Tranchen verpacken - Teile mit "hohem" Risiko und andere mit "geringerem" Risiko - dabei muss ich mir auch nicht die Mühe machen, die Vertrags Unterlagen aufzubewahren für Kredite in Milliardenhöhe.....

    Schwupp wurde aus einem langweiligen Produkt, ein spannendes komplexes Unterfangen - das muss natürlich so sein, denn Boring Banking bedeutet: Low Income Banking. So aber verdienten die Banker Boni im Boom und danach in der Krise, als gefragte Krisenverwalter.....

  • Schade, dass Sie offenbar gar keine Ahnung haben. Vielleicht sollten sie sich mit anderen Themen beschäftigen.

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