Deutsche Beamte
Spiralförmig an die Uno-Spitze

Internationale Organisationen sollen künftig mehr deutsches Personal beschäftigen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Bundesregierung erstmals ein umfassendes Personalkonzept beschlossen. Unter anderem sollen Beamte künftig bei ihrer Rückkehr nach Deutschland belohnt werden.

BERLIN. Internationale Organisationen sollen künftig mehr deutsches Personal beschäftigen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Bundesregierung erstmals ein umfassendes Personalkonzept beschlossen, das dem Handelsblatt vorliegt. Zum einen soll die Besetzung strategisch wichtiger internationaler Positionen künftig besser vorbereitet werden. Zum anderen sollen Beamte künftig für den zeitweiligen Einsatz in internationalen Organisationen bei ihrer Rückkehr nach Deutschland belohnt werden. Dafür ist ein „Spiralmodell“ vorgesehen, nach dem Beschäftigte nach ihrer Rückkehr in höhere Dienstposten aufrücken.

Hintergrund ist die anhaltende Unzufriedenheit, dass der deutsche Anteil an wichtigen internationalen Positionen nach wie vor dürftig ist. Zwar ist die Zahl deutscher Fachkräfte in den mehr als 200 internationalen Institutionen seit 1998 von 3 400 auf rund 5 400 gestiegen, der Anteil von 8,7 auf 9,1 Prozent. „Aber Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern und insbesondere zu seinen finanziellen Beiträgen in vielen internationalen Organisationen quantitativ und qualitativ nicht mehr oder noch nicht angemessen repräsentiert“, bemängelte etwa der Bundestag am Freitag in einem von den Regierungsfraktionen angeregten Beschluss. Aufgeholt haben Deutsche in unteren und mittleren Positionen. Besonders bei Spitzenpositionen sind andere Nationen aber erfolgreicher. Hintergedanke der Bemühungen der Bundesregierung ist, dass deutsche Beschäftigte sensibler für deutsche Anliegen sind.

Abhilfe soll nun ein Personalrahmenplan bringen, den das Bundeskabinett verabschiedet hat. Danach verpflichten sich alle Ministerien, eine strategische Personalplanung für internationale Stellen zu betreiben. Bisher war dieses Engagement in den Ressorts sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die inhaltliche Schwerpunktsetzung der deutschen Politik soll künftig stärker mit personalpolitischen Überlegungen verknüpft werden. Als „Mindeststandard“ sollen künftig jeweils in einer zwei- bis dreijährigen Vorausschau strategisch wichtige Positionen identifiziert werden. Zudem ist in typischem Bürokraten-Neudeutsch ein „one-government-approach“ vorgesehen. Gemeint ist damit die Verpflichtung der Ressorts, dass die Bundesregierung künftig bei hochrangigen Kandidaturen mit einer Stimme sprechen soll.

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