Deutsche Botschafterin
Schavans neuer Job im Vatikan

Annette Schavan zieht es nach Rom: Offenbar wird die frühere Bildungsministerin, die vor einem Jahr wegen einer Plagiatsaffäre zurückgetreten war, Botschafterin im Vatikan. Ihren Job in Berlin müsste sie dafür aufgeben.
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BerlinDie ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird offenbar deutsche Botschafterin im Vatikan. Der derzeitige Botschafter Reinhard Schweppe solle im Sommer in den Ruhestand versetzt werden, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Schweppe wird im April 65 Jahre alt. Damit wäre der Weg frei für die CDU-Politikerin, die vor einem Jahr wegen einer Plagiatsaffäre zurückgetreten war, heißt es in dem Bericht.

Offiziell bestätigen will die Regierung den Wechsel Schavans der Zeitung gegenüber nicht. Schavan war bis zu ihrer Wahl in den Bundestag Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. Sollte sie Botschafterin werden, müsste sie ihr Bundestagsmandat aufgeben.

Die Universität Düsseldorf hatte Schavan den Doktortitel wegen „vorsätzlicher Täuschung durch Plagiat“ entzogen. Die Ministerin bestritt den Vorwurf, trat aber zurück. Bei der Bundestagswahl im September schaffte sie den Wiedereinzug ins Parlament, das Mandat müsste sie im Falle einer Ernennung zur Botschafterin niederlegen. Die 58-Jährige ist katholische Theologin und war 14 Jahre lang bis 2012 CDU-Bundesvize.

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Kommentare zu " Deutsche Botschafterin: Schavans neuer Job im Vatikan"

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  • eigentlich könnte man solche Fälle doch ganz einfach lösen.
    Wer sein Direktmandat niederlegt gibt damit seinen Platz an den zweiten ab. Wohlgemerkt nicht an jemanden auf der Liste, sondern an den Direktkandidaten, der die zweithöchste Anzahl an Stimmen bekommen hat. Dann geht kein Direktkandidat mehr :-))

  • Auf jeden Fall kann sie das neue Amt ihrer (Aus-)Bildung entsprechend besser ausfüllen als das der Bildungsministerin.

    Nachdem der "Dr." weg war, stand sie mit leeren Händen da.
    Kein Hochschulabschluss, keine abgeschlossene Berufsausbildung: Ein "Vorbild" für Forschung, Wissenschaft und Lehre.

    Botschafter beim Vatikan, das kann sie, könnten jedoch auch viele andere.

  • find ich gut das man sich um solche leute, die hart für deutschland gearbeitet haben, kümmert. Man fragt einfach in mehreren ländern nach, ob die noch jemand beschäftigen können, wenn - selbstverständlich - das gehalt von deutschland aus bezahlt wird.

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