Deutsche Firmen auf der Flucht ins Ausland
Hintergrund: Produktionsverlagerung und Arbeitszeitdebatte

Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland wird bereits seit Jahren teils heftig diskutiert. Allein im Jahr 2003 beschäftigten deutsche Firmen schon 2,4 Millionen Arbeitnehmer im Ausland - Tendenz steigend. Die Dax-Unternehmen sind in der Arbeitszeitdebatte an sich aber geteilter Meinung.

HB HAMBURG. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) werden zunehmend nicht nur einfache Tätigkeiten, sondern auch anspruchsvolle und kapitalintensive Produktionen verlagert.

Wie jetzt Daimler-Chrysler argumentierte Siemens vor einigen Wochen mit zu hohen Personalkosten. Um eine Verlagerung der Handy-Produktion von Bocholt und Kamp-Lintfort (NRW) nach Ungarn zu vermeiden und 2000 Jobs zu retten, war die IG Metall im Juni zu einer Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich und zu Einschnitten bei Sonderzahlungen bereit.

Vor über einem Jahr kochte die Diskussion über den Standort Deutschland hoch, als das Technologieunternehmen Infineon laut über die Verlagerung des Unternehmenssitzes in die Schweiz nachdachte. Das Hauptargument des damaligen Konzernchefs Ulrich Schumacher waren zu hohe Steuern. Mit Schumachers Ablösung waren die Pläne vom Tisch. Kurze Zeit später sorgte der bayerische Molkerei-Unternehmer Theo Müller mit Umzugsdrohungen Richtung Schweiz für Aufregung.

Einige deutsche oder einst in Deutschland ansässige Firmen sind bereits in die Schweiz umgezogen, so 1998 der komplette Konzernbereich Gebäudetechnik von Siemens. Im Jahr 2000 verlegte der US-Computerhersteller Compaq seine Europazentrale von München nach Kloten im Kanton Zürich.

Bereits in den 80er Jahren begannen die Unternehmen mit der Suche nach geeigneten Ländern für Produktionsverlagerungen. Angeheizt wurde die Debatte jetzt durch den EU-Beitritt von mittel- und osteuropäischen Ländern, wo die Arbeitskosten deutlich unter deutschem Niveau liegen. Während Gewerkschafter und Politiker massive Arbeitsplatzverluste befürchten, glauben die Unternehmen an positive Effekte, die Sicherung oder gar Schaffung neuer Jobs in Deutschland.

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