0 Bewertungen
15.02.2008 

Alle 17 deutschen Wissenschaftler, die derzeit mit embryonalen Stammzellen arbeiten, sprachen sich in einer Umfrage des „Kölner Stadtanzeigers“ für eine Reform des Gesetzes aus. Noch könnten sie mit den zugelassenen veralteten Zelllinien arbeiten. Doch sehen Forscher wie der Kölner Biologe Jürgen Hescheler die Gefahr, dass ausländische Wissenschaftlergruppen „nicht mehr mit uns zusammenarbeiten wollen, weil wir nur mit alten Linien arbeiten“.

Der Bonner Stammzellforscher Oliver Brüstle kritisierte die Stichtagsregelung als „Hauptbremsklotz seiner Arbeit“. Die Bewertungen der Qualität der internationalen Zusammenarbeit durch die 17 Forscher reichten von „besser als so mancher denkt“ bis „international nicht konkurrenzfähig“ und „miserabel“.

Der Bundestag beriet am Donnerstag in erster Lesung ohne Fraktionszwang über vier Anträge, die von einem totalen Verbot bis zu einer Abschaffung der geltenden Stichtagsregelung reichen. Einig sind sich alle Parteien, die Strafandrohung für deutsche Forscher, die sich an internationalen Kooperationen mit neuen Zelllinien beteiligen, abzuschaffen.

Bei der Grundsatzfrage, ob neue Zelllinien importiert werden dürfen, geht dagegen eine tiefe Kluft quer durch alle Fraktionen. Die größte Unterstützung hat bislang der Antrag des SPD-Politikers René Röspel, den Stichtag auf den 1. Mai 2007 zu verschieben. Dagegen gelten Anträge, den Stichtag abzuschaffen oder den Stammzellimport generell zu verbieten, bislang als aussichtslos. Anfang März will der Bundestag Experten anhören und dann bis Mitte März abschließend über eine Reform entscheiden.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Die Milliardärin Penny Pritzker aus Chicago soll nach US-Medienberichten Wirtschaftsministerin in der Regierung des designierten Präsidenten Barack Obama werden. Mit dieser Personalie nimmt die Regierungsmannschaft zwei Wochen nach der US-Wahl allmählich Gestalt an.Bildergalerie 

  • Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlos...

    Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlossen wurde

    Auf dem Weltfinanzgipfel in Washington wollten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) einen Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung vereinbaren, die eine Finanzkrise, die die ganze Welt in die Rezession treibt, in Zukunft verhindern soll. Was beschlossen...Bildergalerie 

  • Was führende Köpfe vom Finanzgipfel e...

    Was führende Köpfe vom Finanzgipfel erwarten

    Nichts Geringeres als eine neue Weltfinanzordnung wollen die 20 Staats- und Regierungschefs der größten Wirtschaftsmächte am Wochenende in Washington aus der Taufe heben. Was Politiker, Konzernchefs, Ökonomen und andere führende Köpfe aus der Finanzwelt vom Weltfinanzg...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kein Ausweg aus der Finanzkrise in Sicht  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Hermann-Josef Knipper

Der letzte Tag der „Euro Finance Week“ in Frankfurt hat das ganze Drama der Macht- und Ratlosigkeit der Finanzbranche deutlich gemacht. Nach der harschen Kritik von Bundespräsident Horst Köhler, der nicht weniger als ein neues Weltfinanzsystem gefordert und viele Schuldige benannt hatte, mühten sich Banker, Ökonomen und Notenbanker um Auswege aus der Krise. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Deutscher Bauernstaat  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Helmut Hauschild

Die Bundesregierung tut sich mit ihrer Agrarpolitik als Industriestaat keinen Gefallen. Kommentar