Deutsche Geschichte
Warum der BND vom Mauerbau wusste und die Politik weghörte

Wusste der Westen vom bevorstehenden Mauerbau? Adenauer, Brandt und andere Politiker haben immer bestritten, jemals Hinweise bekommen zu haben. Plötzlich gibt es aber Dokumente, die das Gegenteil vermuten lassen.
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BerlinDas Fernschreiben des BND- Informanten vom 12. August 1961 war dramatisch als „dringend“ eingestuft. Der Betreff klärte schnell auf, warum das so war: „btr.: Schliessung der Sektorengrenzen“. Aus einer „Gesprächserkundung“ hatte der Ostberliner Informant des Bundesnachrichtendienst folgenden brisanten Text in die BND-Zentrale geschickt:  „norman rief am 10.8.61 gegen 11.45 uhr quelle telefonisch an und teilte mit, er habe soeben aus ostberliner sed-quelle erfahren, dass massnahmen vorbereitet werden, die sektorengrenzen zwischen dem 12. und 18.8.1961 zu schliessen, um den nicht mehr kontrollierbaren fluechtlingsstrom zu unterbinden.“

Mit diesem geheimen Fernschreiben (Nr. 4288) hatten die Bosse des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Pullach von den Plänen der DDR-Bonzen erfahren,  Berlin zu teilen und dafür eine Mauer zu bauen. In einem weiteren geheimen Fernschreiben an die BND-Zentrale  wird noch am selben Tag berichtet, auf einer soeben zuende  gegangenen Konferenz von Parteifunktionären sei bestätigt worden, die „Abriegelung der Stadt" stehe schon unmittelbar bevor.  „Jetzt kann nur der harte Weg beschritten werden", hätte die Losung der Funktionäre gelautet: Der Widerstand der DDR-Bevölkerung  müsse „mit allen Mitteln gebrochen" werden.

Einen Tag später, am  Morgen des 13. August 1961 um 1 Uhr in der Frühe, begann der Bau der bald 165 Kilometer umfassenden Berliner Mauer. Die Hauptstadt der Spione, in der sich damals mehr Agenten, Informanten und zwielichtige Informationenhändler als sonst wo auf der Welt tummelten, erlebte bald schon die dramatischen Szenen, die im Gedächtnis der Deutschen fest eingebrannt sind: waghalsige, zum Teil tödliche Sprünge aus den Fenstern entlang der Mauer, tödliche Schüsse auf Flüchtlinge, zusammenbrechende Menschen, weinende Verwandte und erbarmungslos martialische Ost-Grenzer.

 Bisher hatte es immer geheißen, die westdeutschen Geheimdienste seien damals ebenso kalt erwischt worden wie die Politik. Deshalb hätte die Politik nicht reagieren können. Doch die 13 Akten, die der BND jetzt zu den Themen „Berlin-Krise 1958“ und „Schließung der Sektorengrenzen in Berlin am 13.  August 1961“ aus Anlass des 50.  Jahrestags des Mauerbaus  publik macht , scheinen dem zu widersprechen.  Die Dokumente, die insgesamt den Zeitraum von 1952 bis 1962 abdecken sollen, umfassen etwa 5000 Seiten und werden an das Bundesarchiv abgegeben.

Zweifellos sind sie echt. Genau deshalb werden sie für Furore sorgen. Denn womöglich geben die Dokumenten dem ersten BND-Chef, Reinhard Gehlen, doch recht, der immer wieder beteuert hatte, seine Leute hätten die Politik früh und ausführlich über die bevorstehenden Versuche Ostberlins informiert, die eigenen Leute in der DDR einzumauern. Einzig der „Stichtag“ der Abriegelung – der 13. August -war den Schlapphüten nicht bekannt, räumte Gehlen ein.

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Kommentare zu " Deutsche Geschichte: Warum der BND vom Mauerbau wusste und die Politik weghörte"

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  • Der Mauerbau. Alle Jahre wieder, ein nicht wirklich interessantes Thema, wird in die ideologische Trickkiste gegriffen. Die damals herschenden Politiker der DDR waren nicht so soverän als dass sie den Mauerbau im Alleingang bechlossen haben könnten. Die großen Player und Bestimmer USA Sowjetunion gestalteten die Weltpolitik mit all den verworrenen Spielchen. Es ist auch unerheblich ob der BND oder die Bundesrepublik davon wußten. Entscheident ist, dass daraus kein Krieg entwickelte und in Mitteleurope Frieden herrschte.

  • False flag operation wohin man auch sieht....durchzieht das ganze jahrhundert.
    Klingt ganz nach Pearl Harbour, wo die Amerikaner auch von dem Angriff wussten und nichts taten um so in den Krieg ziehen zukönnen. Welchen Grund hatte die Regierung der BRD nichts zu tun?

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