Deutsche interessiert Parlament kaum
Bundestag tagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Im Bundestag wird über die Verteilung von vielen Milliarden Euro in Deutschland entschieden, über Militäreinsätze und Regeln für Leben und Tod. Doch immer weniger Bürger interessieren sich dafür.
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BerlinDie meisten Bundesbürger nehmen die Debatten und die Arbeit im Deutschen Bundestag kaum wahr. Nur jeder Vierte kann sich konkret an eine Debatte der vergangenen Monate erinnern. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung, die an diesem Montag im Internet veröffentlicht werden soll. 27 Prozent der Befragten haben demnach in den vergangenen Monaten eine Bundestagsdebatte im Radio oder Fernsehen verfolgt. Im Vergleich zu einer Umfrage Mitte der 1980er-Jahren ist dies ein Rückgang um rund die Hälfte.

Derzeit planen Union und SPD Reformen, nach denen Minister öfter im Parlament befragt werden sollen. Die Autoren der Bertelsmann Stiftung kritisieren dies als Minimalkonsens, der nur ein Anfang sein könne.

Nur 54 Prozent können laut Studie sagen, welche Parteien derzeit die Opposition bilden. 29 Prozent gaben darauf eine falsche Antwort, 17 Prozent machten keine Angabe. Bei den 16- bis 29-Jährigen hatten nur 38 Prozent die richtige Antwort parat: Linke und Grüne.

Zugleich sind Grundkenntnisse zum Wahlsystem verbreitet. So wissen 64 Prozent, dass es neben direkt gewählten Abgeordneten auch nicht direkt gewählte Parlamentarier gibt. Im Osten sind es nur 48 Prozent. Nur 17 Prozent haben in letzter Zeit etwas über die Tätigkeit ihres Wahlkreisabgeordneten in Berlin gehört. Der Anteil derer, die schon einen örtlichen Bundestagsabgeordneten kennengelernt oder von einem gehört haben, ist im Vergleich zu einer Befragung von 1995 hingegen von 55 auf 67 Prozent gestiegen.

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  • @ Vittorio Queri
    So eigenartig es klingt, die Linken sollte sie rausnehmen.
    Die Linken sind weder korrupt (sie sitzen nicht in auch nur einem Aufsichtsrat eines Unternehmens) noch wurden sie je anderweitig von einem Unternehmen gekauft.
    Ihe Entscheidungsfindung in Thüringen ist als höchst demokratisch zu bezeichnen.
    Sie sind für einen bedingungslosen Volksentscheid auf Bundesebene.
    Und sie sind gegen das undemokratische TTIP-Geheimabkommen.

    Viele Unterschiede also. Nicht umsonst werden sie von unseren Machthabern und den Systemmedien derart bekämpft. Wenn sich selbst der an sich unparteiische Bundespräsident zu solchen Ausfällen hinreisen läßt, scheint die Angst bei den Etablierten Parteien groß zu sein!

  • @ Frau Margrit Steer

    Die SED , das sind CDU,CSU,SPD,GRÜNE,LINKE,FDP ...der Sozialistische Einheitsbrei Deutschlands !

  • Aber damit, dass alle Parteien wählen, die keinen bundesweiten Volksentscheid wollen, werden die derzeitigen Machthaber doch bestätigt!

    Wer wählt denn Parteien, die einen bedingungslosen Volksentscheid wollen? Die Afd will ihn nur zu (...von den Machthabern... ) ausgesuchten Themen.
    man kann sich doch nicht über fehlende Mitbetsimmung beschweren, und dann Parteien wählen, die diese demokratische Mitbestimmung ausschließen!

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