Deutsche Konjunktur

Industrie erwartet hohes Wachstum

BDI-Präsident Grillo ist optimistischer als viele Ökonomen: Die deutsche Wirtschaft dürfte im kommenden Jahr um rund zwei Prozent zulegen. Das aber sei kein Selbstläufer, mahnt er – unter anderem wegen der Flüchtlinge.
Kräne am Hamburger Hafen: Die deutsche Wirtschaft wächst – dank des dynamischen Arbeitsmarkts und des hohen Konsums. Quelle: dpa
Gute Aussichten

Kräne am Hamburger Hafen: Die deutsche Wirtschaft wächst – dank des dynamischen Arbeitsmarkts und des hohen Konsums.

(Foto: dpa)

BerlinDie deutsche Industrie rechnet trotz anhaltender Risiken auch im Jahr 2016 mit einem stabilen Wirtschaftswachstum in Deutschland. Es sei erneut ein Anstieg der Wirtschaftsleistung von „knapp zwei Prozent“ zu erwarten, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo der Deutschen Presse-Agentur. Damit bleibt der Industrieverband optimistischer als viele Ökonomen.

„Die Unsicherheiten sind jedoch groß“, räumte Grillo ein. Probleme bereiten könnten die Integration von Flüchtlingen in Deutschland und in anderen EU-Staaten sowie die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten.

„Wie sich die Flüchtlinge auf die gesamtwirtschaftliche Leistung auswirken werden, können wir derzeit noch nicht gut beziffern“, sagte Grillo. Es seien aber auch positive Konjunktureffekte zu erwarten durch zusätzliche Konsumausgaben.

„Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt geprägt durch eine sehr erfreuliche Entwicklung der Beschäftigung und des privaten Verbrauchs“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) weiter. „Die realen Einkommen der Haushalte werden auch im nächsten Jahr kräftig wachsen. Die gute Arbeitsmarktentwicklung dürfte sich fortsetzen.“

Die staatlichen Ausgaben werden aus Sicht Grillos leicht zulegen, um die Flüchtlinge zu versorgen. Zudem stockten Bund und Kommunen Investitionen auf. Die privaten Ausgaben dürften ebenfalls anziehen. Die deutsche Konjunktur bleibe stark vom Verbrauch getrieben. Von der Güter-Produktion oder von Innovationen erwartet Grillo dagegen keine starken Impulse.

Die deutschen Exporte und Importe werden aus Sicht des Industrieverbandes kräftig wachsen. Die günstigen Rahmenbedingungen wie der niedrige Eurokurs, preiswertes Öl und niedrige Zinsen setzten sich fort.

Erhebliche Risiken birgt aus Sicht des BDI aber die geringere Wachstumsdynamik in wichtigen Schwellenländern. Von Brasilien gingen 2016 keine Impulse für die Weltwirtschaft aus, von China geringere als 2015. Trotz niedrigerer Wachstumsraten bleibe China ein wichtiger Markt. „Wenn die Marktöffnung und der Umbau zu einem qualitativen Wachstum gelingen, dann bietet China weiter enorme Chancen für die deutsche Wirtschaft“, sagte Grillo.

Diese deutschen Technologie-Marken sind zukunftssicher
Made in Germany
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Das Image der deutschen Ingenieure hat durch den Dieselskandal gelitten. Doch etliche Technologie-Marken genießen weiterhin einen exzellenten Ruf - und gelten als besonders zukunftsfähig. Das zeigt die Studie „Made in Germany 4.0“ der Markenberatung Brandtrust. Die Berater haben dafür rund 70 Top-Manager, sowie 3.300 Kunden und Einkäufer befragt.

Kriterien
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Bewertet wurden 33 deutsche Marken nach zehn Kriterien: Der Fähigkeit, höhere Preise durchzusetzen, der Adaptionsfähigkeit. der Anfälligkeit für Trends. der gesellschaftlichen Relevanz. der Unverzichtbarkeit für die Kunden, dem Markenerlebnis, der Fähigkeit, die Kunden zu Markenbotschaftern zu machen, dem Stolz der Mitarbeiter, der Fähigkeit, den Absatz kontinuierlich auszubauen - und der Bekanntheit. Die Überraschung: deutsche Premiumautobauer wie Audi, BMW, Porsche und Mercedes landen dabei nur im Mittelfeld. "Deutsche Automobilhersteller sind zu langsam darin, die etablierten Marken mit neuen Geschäftsmodellen aufzuladen", erklärt Studienautor Jürgen Gietl.

Platz 10 - Festo - 66,4 Punkte
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Den Auftakt in die besten Zehn macht der schwäbische Automatisierungstechniker Festo. Weltweit hat das Unternehmen 17.800 Mitarbeiter und verfügt offenbar über ein großes Vertrauen bei Topmanagern, Einkäufern und Kunden. Nicht nur das "Bionic Kangaroo", das Festo auf der Hannover Messe 2014 präsentierte, dürfte damit in den kommenden Jahren große Sprünge machen.

Platz 9 - Siemens - 67,7 Punkte
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Der bestplatzierte Dax-Konzern im Ranking kommt aus München. Etwas überraschend, da Siemens turbulente Jahre hinter sich hat. Doch bei den Geschäftskunden schneidet Siemens weiterhin gut ab. "Siemens hat als erstes Technologieunternehmen überhaupt seine Marke systematisch entwickelt. Eine über so viele Jahre so stark aufgebaute Marke machen ein paar Managerverfehlungen so schnell nicht kaputt", erklärt Studienautor Gietl.

Platz 8 - B.Braun - 68,4 Punkte
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Der Medizintechnikherstellers B. Braun aus Melsungen scheint für seine Kunden unverzichtbar und erreicht hier Spitzenwerte. Dass die Hessen ihre Premiumpreise auch bei hohem Volumen durchsetzen können, spricht nach Ansicht der Studienautoren für ein zukunftssicheres Geschäft.

Platz 7 - Bosch - 68,5 Punkte
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Wenn Bosch einen neuen Forschungscampus eröffnet, dann kommt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch. Die Schwaben scheinen nach Ansicht der Brandtrust-Studie offenbar gut vorbereitet auf die Zukunft - vor allem weil der Zulieferer in etlichen Hochtechnologiebereichen führend ist.

Platz 6 - Kuka - 69 Punkte
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Roboter von Kuka sind nicht nur für Volkswagen nahezu unverzichtbar. Die Augsburger sind in etlichen Technologiesparten vertreten und gelten nach Ansicht der befragten Kunden und Einkäufer darum als besonders zukunftsfähige Marke.

„In Russland müssen wir uns 2016 mit einem schrumpfenden Markt abfinden“, sagte der BDI-Chef. Mit Blick auf die von der EU verlängerten Sanktionen gegen Moskau wegen des Ukraine-Konflikts sprach sich Grillo dafür aus, den Dialog trotzdem aufrecht zu halten. Die Sanktionen könnten aber nur aufgehoben werden, wenn die Bedingungen dafür erfüllt seien.

Grillo warnte, angesichts der vielen Krisen dürfe es die Politik nicht versäumen, die deutsche Wirtschaft für die Zukunft fit zu machen. „Da muss mehr passieren als bisher.“

Der BDI-Präsident forderte einen stärkeren Ausbau und Erhalt der öffentlichen Infrastruktur. „Zweitens müssen wir unsere Hausaufgaben in der deutschen und europäischen Energiepolitik erledigen.“ Schließlich müsse die Innovationskraft gestärkt werden: „Spätestens im nächsten Koalitionsvertrag brauchen wir ein Maßnahmenpaket, das bei A wie Ausbildung beginnt und bei Z wie Zukunftsinvestitionen endet.“

  • dpa
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