Deutsche lehnen Merkels Kurs ab
FDP-Befragung zum Euro findet in der CDU Freunde

80 Prozent der Deutschen lehnt Merkels Euro-Kurs ab. Vor diesem Hintergrund wird die FDP-Mitgliederbefragung in Sachen Griechenland zum Sprengsatz für die Koalition. Nun springen erste Unionspolitiker auf den Zug auf.
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DüsseldorfVor dem Hintergrund eines möglichen Mitgliederentscheids zum Euro-Rettungskurs in der FDP wird nun auch in der Union über eine Befragung der Parteibasis laut nachgedacht. „Das wäre auch in der CDU wünschenswert“, sagte der CDU-Haushaltsexperte Klaus-Peter Willsch dem Kölner-Stadt-Anzeiger. Was das bedeutet, ist Willsch durchaus klar: „Und wenn das jetzt geschähe, dann wäre sicherlich eine satte Mehrheit gegen die Griechenlandhilfe und gegen dauerhafte Schirme“, sagte der Abgeordnete, der im Bundestag gegen die Erweiterung des Euro-Rettungsschirms stimmen will. Verweigert sich Deutschland, dann gerät das gesamt Notprogramm zur Rettung Griechenlands und des Euros, für das Bundeskanzlerin Angela Merkel so hart kämpft, auf die schiefe Bahn.

Noch ist eine CDU-Befragung weit von der Realität entfernt, auch weil sie innerhalb der Partei kaum durchsetzbar ist. Aber die Dynamik, die die Debatte in der Bevölkerung und zuletzt innerhalb der FDP genommen hat zeigt, wie wackelig Deutschland Unterstützung für die geplanten umfangsreichen Rettungsaktionen Griechenlands sind. Innerhalb weniger Tage setzten die "Eurorebellen" innerhalb der FDP die Befragung innerhalb ihrer Partei auf das Gleis. Nach eigenen Angaben haben sie bisher rund 1800 Unterschriften gesammelt. Das ist mehr als die Hälfte der benötigten rund 3300 Mitglieder.

Auch in der CDU wird die Merkel-Kritik immer lauter. So wollen auch so einflussreiche CDU-Politiker wie der Innenexperte Wolfgang Bosbach gegen die Erweiterung des Rettungsschirms EFSF stimmen. Auch der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, hält Mitgliederentscheide auch in seiner Partei für möglich. Sobald es beispielsweise um Haushaltsrechte Deutschlands gehe, „sollte schon überlegt werden, das Thema nicht nur dem Parteivorstand zu überlassen“, sagte er dem Hamburger Abendblatt. Momentan bestehe aber für die CSU kein Anlass, über einen Mitgliederentscheid nachzudenken.

Hintergrund ist die Stimmung innerhalb der Bevölkerung. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. Demnach beurteilen 82 Prozent das Krisenmanagement der Regierung von Angela Merkel (CDU) mit „eher schlecht“. Zwei Drittel (66 Prozent) sprachen sich zudem gegen Hilfen für Griechenland oder andere Staaten in der Schuldenkrise aus.

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  • Spätestens nach der nächsten KRISE wird die DEUTSCHE BANK vom Markt verschwinden.....; es sei denn sie wird dann vonn der Politik weiter künstlich beathmet...!!!

  • Die DEUTSCHE BANK wird spätestens nach der nächsten KRISE vom Markt verschwinden, weil spätestens dann jeder DEPP kapiert hat, wie deren GESCHÄFTSMODELL aufgebaut war .... !!!

  • Was unterscheidet uns von einer korrupten BANANENREPUBLIK, wo sich die MACHTHABER zu Lasten der Allgemeinheit schamlos bereichern ???
    Meiner Meinung nach nichts mehr !!! - Mittlerweile sind wir genau dort angekommen !!!
    Beispiel: Ein Arbeitnehmer, der seine Arbeit verliert, bekommt max. 24 Monate ALO- Geld. Danach darf er sein Erspartes aufbrauchen, bevor er HARTZ IV bekommt; Kranke, die nicht mehr arbeiten können, bekommen neuerdings nur noch eine Erwerbsunfähigkeitsrente, wenn sie selbst (privat)vorgesorgt haben. Diese Vorsorge ist für die Meisten nicht bezahlbar; u.s.w.
    Dieses wurde erstaunlicherweise schon von Regierung Schröder ungesetzt. Das Ganze unter dem Aspekt, dass der "Sozialstaat" nicht mehr BEZAHLBAR ist. Die politische "ELITE" wurde natürlich ausgenommen; vielmehr wird hier bei jeder Gelegenheit nachgebessert. Der Deutsche MICHEL scheint immer noch sehr leidensfähig zu sein, solange er noch was zu fressen hat.

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