Deutsche Luftstreitkräfte
Neuer Kampfjet soll den Tornado ablösen

Im kommenden Jahr will die Bundeswehr die Planungen für ein neues Kampfflugzeug aufnehmen. Ob es bemannt oder unbemannt fliegen soll, ist noch unklar. Das Verteidigungsministerium setzt auf eine europäische Kooperation.

BerlinDas Bundesverteidigungsministerium plant die Entwicklung eines neuen Kampfflugzeuges, das langfristig die Tornado-Jets ersetzen und möglicherweise unbemannt fliegen soll. 2016 seien erste Gespräche mit den europäischen Partnern zu den Anforderungen beabsichtigt, heißt es im Entwurf des Ministeriums für eine „Militärische Luftfahrtstrategie“, der Reuters am Sonntag vorlag. Eine europäische Kooperation sei sinnvoll, da ein nationaler Alleingang für Waffensysteme dieser Komplexität nicht mehr möglich erscheine.

Unklar ist dem Dokument zufolge bislang, ob das neue Kampfflugzeug bemannt oder unbemannt sein soll. Möglich sei auch, dass das Fluggerät, das bei der Bundeswehr unter der Bezeichnung „Next Generation Weapon System“ läuft, auf beide Optionen ausgelegt wird und dann je nach Einsatzart mit oder ohne Pilot fliegt. „Eine Festlegung hierzu ist im Rahmen weiterer Analysen und im Kontext einer europäischen Lösung zu treffen“, heißt es in dem Papier.

Zugleich prüft die Bundeswehr eine längere Nutzung ihrer Tornado-Kampfjets, die nach bisheriger Planung Mitte der 20er Jahre ausgemustert werden sollen. Es werde untersucht, ob die Nutzung bis in die Mitte der 30er Jahre ausgedehnt werden könne, heißt es in dem Strategiepapier. Das neue europäische Kampfflugzeug soll einsatzfähig sein, wenn die Tornados außer Dienst gehen.

Die Bundeswehr fliegt den Jet seit 1981 und hatte ursprünglich über 350 Exemplare davon beschafft. Die Tornados sind bisher auch dafür vorgesehen, im Falle eines Krieges mit amerikanischen Atomwaffen ausgerüstet zu werden. Neben dem Tornado verfügt die Luftwaffe über den neueren Kampfjet Eurofighter.

Das Strategiepapier gibt auch Empfehlungen dazu ab, wie multinationale Rüstungsprojekte künftig besser gestaltet werden können. In der Vergangenheit kam es bei diesen Vorhaben wegen nationaler Eitelkeiten, industriepolitischer Interessen und komplizierter Zuständigkeiten immer wieder zu massiven Problemen.

Zentraler Punkt sei, dass künftig eine Nation die Führungsrolle für ein Projekt übernehme, heißt es dazu in dem Dokument. Zudem solle sich die Verteilung der Arbeitsanteile danach richten, wo das Know-how für eine bestimmte Technologie liege, und nicht mehr hauptsächlich nach Länder-Proporz. Daneben sollten die Militärs der unterschiedlichen Länder sich auf möglichst einheitliche Anforderungen an Waffensysteme einigen, damit die Produktion nicht durch viele unterschiedliche Versionen teurer und komplizierter werde.

Das Verteidigungsministerium verwies darauf, dass es sich bei der Strategie um eine sehr komplexe Betrachtung der Entwicklung der deutschen Luftstreitkräfte handle. „Das Dokument ist aber noch nicht mit den anderen Ministerien abgestimmt, daher können wir dazu noch keine Äußerungen treffen“, sagte ein Sprecher.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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