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06.12.2007 
Transparency International

Deutsche misstrauen dem Anti-Korruptionskampf

Die Deutschen misstrauen den Anti-Korruptionsbemühungen der Bundesregierung. Die Affären um Schmiergeldzahlungen in der Wirtschaft tragen ihren Teil dazu bei. Transparency International sieht darin jedoch keinen Grund zu Pessimismus.

Mehr als jeder Zehnte zahlte im vergangenen Jahr Bestechungsgelder. Foto: APLupe

Mehr als jeder Zehnte zahlte im vergangenen Jahr Bestechungsgelder. Foto: AP

HB BERLIN. 77 Prozent sind der Ansicht, dass die Regierung nicht wirksam gegen Bestechung vorgeht. Das ergibt sich aus einer Umfrage, die die Organisation Transparency International (TI) am Donnerstag in Berlin vorstellte. Durch die Berichterstattung über große Bestechungsskandale in der Wirtschaft werde Korruption in Deutschland zunehmend als Problem wahrgenommen, sagte die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Sylvia Schenk.

Dies führe auch zu zunehmendem Pessimismus: 69 Prozent der Deutschen gehen der Umfrage zufolge davon aus, dass die Korruption in den nächsten drei Jahren zunehmen wird. Innerhalb der EU sind nur die Bürger Großbritanniens (72 Prozent) und der Niederlande (73 Prozent) pessimistischer.

Zur schlechten Stimmung der Deutschen hätten vor allem die Affären um Schmiergeldzahlungen in der Wirtschaft beigetragen, betonte Schenk: „Die Skandale bei Siemens und VW schlagen sich direkt in den Zahlen nieder.“ Dementsprechend habe sich auch das Ansehen der Wirtschaft verschlechtert: Die Befragten in Deutschland schätzten die Privatwirtschaft und die politischen Parteien am korruptionsanfälligsten ein. Sie werden beide auf einer Skala von fünf (“höchst korrupt“) bis 1 (“überhaupt nicht korrupt“) mit 3,5 bewertet. Im Vorjahr lagen die Parteien mit 3,7 noch allein vorn.

Zu übergroßem Pessimismus bestehe in Deutschland jedoch kein Anlass, betonte Schenk. Aus Sicht von Transparency sei es durchaus positiv, dass in der Öffentlichkeit mehr über Bestechungsfälle diskutiert werde. „Dinge, die früher einfach abgehakt wurden, werden heute als Problem wahrgenommen“, sagte die Expertin.

Die Organisation forderte mehr Personal für die Verfolgung dieser Delikte. „Das sind meistens große Aktenberge, die da bewältigt werden müssen“, erklärte Schenk. Außerdem müsse Deutschland endlich die Uno-Konvention gegen Korruption ratifizieren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mehr als jeder Zehnte zahlt Bestechungsgelder

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