Weltweit haben dem Korruptionsbarometer zufolge arme Familien am häufigsten mit Schmiergeldforderungen zu kämpfen – sowohl in Industriestaaten als auch in Entwicklungsländern. Viele Menschen müssten Teile ihres hart verdienten Geldes für Leistungen aufbringen, die eigentlich umsonst sein müssten, kritisierte die Vorsitzende von Transparency International, Huguette Labelle.
Insgesamt gaben mehr als zehn Prozent der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten wenigstens einmal Bestechungsgeld gezahlt zu haben. Albanien und Senegal sind der Umfrage zufolge die Länder mit dem höchsten Schmiergeldniveau. 30 Prozent der dort Befragten meldeten entsprechende Zahlungen.
In Westeuropa wird der Umfrage zufolge vergleichsweise selten Schmiergeld gezahlt. In Teilen Südosteuropas ist Korruption jedoch durchaus verbreitet: „Einer von drei Rumänen hat in den zurückliegenden zwölf Monaten Schmiergeld bezahlt“, berichtete Schenk. Weltweit gelten besonders Polizei und Justiz als korruptionsanfällig. In Europa wurden vor allem Schmiergeldforderungen im Gesundheitswesen gemeldet.
Die Erhebung wurde im Auftrag von Transparency International vom Meinungsforschungsinstitut Gallup durchgeführt. Befragt wurden knapp 63 000 Menschen in 60 Ländern.

