Deutsche zu Syrien
Geld ja – Waffen nein

Deutschland stellt weitere Hilfsmillionen für Syrien bereit. Damit soll die Gesellschaft gestärkt werden. Von Waffenhilfe ist nicht die Rede. Eine solche käme in der deutschen Gesellschaft auch nicht gut an.
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BerlinDie Bundesregierung hat neue Hilfen für Syrien angekündigt. "Wir werden aus dem Etat des Entwicklungsministeriums in den kommenden Wochen weitere sieben Millionen Euro bereitstellen, um zivilgesellschaftliche Strukturen zu stärken – auch in Nachbarstaaten, die Flüchtlinge aufnehmen", sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht.

Mit dem Geld werde im Osten der Türkei eine mobile Krankenstation gebaut, die nach Syrien verlegt werden könne, berichtete Niebel. In Jordanien und dem Libanon wolle die Regierung die Versorgung mit Medikamenten und Wasser verbessern. Bisher hat die Bundesregierung nach Angaben des Entwicklungsministeriums 132 Millionen Euro eingesetzt, um die Lebenssituation der Menschen zu verbessern.

Waffenlieferungen sind derzeit nicht im Gespräch. Diese würden auch von der Mehrheit im Land abgelehnt. Annähernd acht von zehn Deutschen sprechen sich gegen eine Bewaffnung syrischer Rebellen durch den Westen aus. In einer Umfrage des Instituts TNS-Emnid wandten sich 78 Prozent gegen Waffenlieferungen. Das berichtet das Münchener Magazin „Focus“ in seiner neuen Ausgabe. Befragt wurden von TNS-Emnid am 27. und 28. Mai 1005 repräsentativ ausgewählte Personen.

Frankreich und Großbritannien halten sich in der EU die Option offen, Rebellen im Kampf gegen Präsident Baschar al-Assad zu bewaffnen. US-Präsident Barack Obama hatte einen Militäreinsatz gegen Syrien für den Fall in Aussicht gestellt, dass Assads Truppen im Bürgerkrieg Chemiewaffen einsetzen. In den USA, Großbritannien und Frankreich wird immer wieder behauptet, Assad habe diese „rote Linie“ schon überschritten. Zuletzt hatte die französische Zeitung „Le Monde“ dies unter Berufung auf eigene Korrespondenten gemeldet.

US-Wissenschaftler sehen „Focus“ zufolge keine Anhaltspunkte für den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien. „Der Gebrauch chemischer Kampfstoffe wie Senfgas, Sarin und VX konnte bisher in keinem einzigen Fall durch eine internationale Untersuchung nachgewiesen werden“, schreibe das „Bulletin of Atomic Scientists“. Auch Zeugenaussagen und die Auswertung von Videoaufnahmen angeblicher Chemiewaffenopfer gäben keine Hinweise. Vielmehr deuteten Indizien auf den Einsatz von Tränengas hin. Angebliche Beweise für den Chemiewaffeneinsatz seien von syrischen Rebellen geliefert worden.

 

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutsche zu Syrien: Geld ja – Waffen nein"

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  • Wir haben Geld? Seltsam, geht es um Schulen, Kitas, Kinder, Unis, Krankenhäuse, sonstige Infrastruktur, Rentenerhöhunhen: Wir haben keine Geld, so unsere Politiker! Ich nenne dies Deutschenhass!

  • Geld NEIN Waffen NEIN !!!

    denn mit dem Geld könnten auch Waffen für die Opposition gekauft werden. Stattdessen könnte man Sachleistungen verteilen wie Lebensmittel, Medikamente für die syrische Bevölkerung. Aber nicht in der Türkei wo sie sehr wahrscheinlich der Opposition mehr nutzt, sondern direkt in Syrien. Dort wo es brennt. Dafür braucht man dann Leute die "Eier" haben und die Hilfe vor Ort verteilen und sich nicht weit ab des Geschehens verstecken.

    Ansonsten kommen die Hilfen nur wieder den falschen zugute.

  • Geld ja - Waffen auch – ja!


    Wird Zeit, das Wir die Idioten von CDUSPDGRÜNEFDPCSULINKE …

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