Deutscher Arbeitsmarkt
Migranten brauchen längerfristig Hilfe

Die Erwerbslosenquote von Migranten ist fast doppelt so hoch wie im Rest der Bevölkerung. Auch bereits länger in Deutschland lebende Migranten und Zuwanderer mit Berufsabschluss finden oft keinen guten Job.
  • 6

DüsseldorfAuf dem deutschen Arbeitsmarkt sind auch bereits länger in Deutschland lebende Migranten benachteiligt. Sie müssten deshalb gezielt gefördert werden, forderten Wissenschaftler des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in einer am Mittwoch in Düsseldorf vorgelegten Studie. Die Erwerbslosenquote von Migranten liegt demnach insgesamt bei fast zehn Prozent und damit etwa doppelt so hoch wie im Rest der Bevölkerung.

Die Menschen mit Migrationshintergrund, die eine Arbeit finden, haben laut der Untersuchung zudem häufig weniger angesehene Jobs. Selbst unter den qualifizierten Einwanderern mit Berufsabschluss sei der Anteil prekär Beschäftigter vergleichsweise hoch. In Deutschland haben 16,5 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund.

Fast alle Migrantengruppen stoßen der Studie zufolge „auf größere Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche als in Alter, Bildung und weiteren Eigenschaften vergleichbare Personen ohne Migrationshintergrund“. Lediglich Einwanderer aus West- und Nordeuropa seien nicht mehr und nicht weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als die übrige Bevölkerung. Sie erreichten auch gleichwertige oder bessere Positionen und seien mit ähnlicher oder geringerer Wahrscheinlichkeit atypisch beschäftigt.

Die WSI-Expertinnen Jutta Höhne und Karin Schulze Buschhoff forderten angesichts der Studienergebnisse, auch bereits länger in Deutschland lebende Migranten besser zu fördern. Es sei notwendig, „nicht nur Neuzuwanderung zu fördern und zu regeln“, sondern die Aufmerksamkeit sehr stark auch auf eine bessere Unterstützung der bereits seit langem in Deutschland lebenden Migranten zu richten, erklärten die beiden Wissenschaftlerinnen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutscher Arbeitsmarkt: Migranten brauchen längerfristig Hilfe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Immer und immer wieder wird diese Phrase gedroschen. Fachkräfte-Mangel, Migranten brauchen längerfristig Hilfe, Asylbewerber sollen gleich in den Arbeitsmarkt integriert werden, und so weiter und so fort. Ca 1.6 Millionen freie Stellen stehen ca. 6 Millionen Arbeitssuchende gegenüber. Wer bitte soll dieses ganze Gelüge überhaupt noch für voll nehmen. Und die Medien Proklamieren diese verlogenen Phrasen immer wieder. Klagt diese Schose endlich mal an, anstatt dieses Spiel ewig mitzuspielen.

  • Wie genau steht es eigentlich um die heimischen Fachkräfte hier in Deutschland. Ich, promovierter Diplom-Chemiker, ungebunden sowie flexibel einsetzbar und dazu bereit, weltweit zu leben, zu reisen und zu arbeiten, suche bereits seit Ende meiner Promotion nach einem adäquaten Job. So wie mich gibt es noch viele andere in den verschiedensten Bereichen, die von der Mainstreampresse aber oftmals totgeschwiegen werden. Und wer mit über 40 Jahren seinen Job verliert, kann damit rechnen, ab diesem Alter keine adäquate Beschäftigung mehr zu bekommen. Wann genau werden eigentlich diese Leute entsprechend Ihres Studiums, Ihrer Ausbildung und Ihrer Kompetenzen gefördert? Was genau tut man gegen deren Gefährdung in die Altersarmut abzurutschen. Und was genau ist mit den vielen Studierten und Fachkräften mit Migrationshintergrund, die in die deutsche Kultur mittlerweile integriert sind und auch die deutsche Sprache perfekt beherrschen?

    Was es mit der Fachkräfteproblematik tatsächlich auf sich hat, kann jeder unter folgenden Links selbst herausfinden:

    https://propagandaschau.wordpress.com/2014/09/04/gastbeitrag-die-mar-vom-fachkraftemangel/

    https://buergerstimme.com/Design2/2014/09/fachkraeftemangel-schuldig-oder-nicht-schuldig/

    Wobei hier auch die Folgelinks sowie die dazugehörigen Kommentare sehr interessant sind, da diese oftmals über weitere Betroffene berichten oder gar von diesen verfaßt wurden.

    Unter

    https://de-de.facebook.com/AkademikerundArbeitswelt/posts/716090371764814

    habe ich des Weiteren sogar eine Sammlung von Internetlinks veröffentlicht, die mehr als ein Jahrzehnt zurückreicht und welche Mähr vom sogenannnten „Fachkräftemangel“ ebenfalls entlarven.

    Bis heute hat sich an dieser Problematik lediglich eines geändert. Nämlich die Zahl der zugereisten Flüchtlinge, die angeblich vor Fachkompetenz nur so überquellen. Zusätzliche adäquate Beschäftigungsmöglichkeiten für die bereits hier anwesenden sind jedoch nicht hinzugekommen.

    Dr. Jens Romba

  • Ja eine Studie, die mal wieder nicht die Wahrheit sagt.
    Es handelt sich ja vorwiegend um türk. Migranten.
    Wer zu uns kommt, auch schon länger hier lebt, hat sich in unsere Gesellschaft einzufügen, das aber tun diese Leute nicht. Ich kann jeden Betrieb verstehen der keine Kopftuch-Frauen einstellt, das paßt nicht zu uns. Wir sind in Europa und ich glaube, das müssen diese Leute endlich mal kapieren

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%