Deutscher Arbeitsmarkt
So viele Erwerbstätige wie noch nie

Deutschlands Arbeitsmarkt brummt weiterhin. Im Frühjahr hatten so viele Menschen einen Job wie noch nie zuvor - und ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht. Gleichzeitig nehmen jedoch auch die freien Arbeitsstellen ab.
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Wiesbaden Die Arbeit in Deutschland wird von immer mehr Menschen erledigt. Im zweiten Quartal dieses Jahres gingen mit 44,2 Millionen so viele Menschen einer Erwerbstätigkeit nach wie noch nie zuvor, berichtete das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden. Im Vergleich zum bereits hervorragenden Startquartal stieg die Zahl noch einmal um 475 000 und damit weit stärker als es in den vergangenen Jahren zum Frühjahr saisonal üblich war. Das Vorjahresquartal wurde sogar um 664 000 Personen übertroffen, so dass die Wachstumsquote erneut bei 1,5 Prozent lag.

Der Anstieg ist allein auf mehr Arbeitnehmer zurückzuführen (+1,8 Prozent zum Vorjahresquartal), während die Zahl der Selbstständigen und ihrer helfenden Familienmitglieder um 0,6 Prozent auf 4,3 Millionen zurückging.

Mehr Leute wurden insbesondere im Dienstleistungsbereich eingestellt. Hier wuchs in der Jahresfrist die Beschäftigtenzahl vor allem bei öffentlichen Dienstleistern, Erziehung und Gesundheit (+2,5 Prozent) und bei den Unternehmensdienstleistern (+2,6 Prozent). Auch Industrie (+0,7 Prozent) und Bau (+1,8 Prozent) legten zu, während sich bei Banken und Versicherungen der Abwärtstrend (-1,3 Prozent) fortsetzte.

Die vorhandene Arbeit, das so genannte gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, wird in der Folge immer stärker aufgeteilt, auch mit einem hohen Teilzeit-Anteil. Nach den Berechnungen der Statistiker arbeitete im zweiten Quartal jeder Erwerbstätige im Schnitt 321,2 Stunden. Das waren 28 Stunden weniger als noch in den ersten drei Monaten des Jahres und der absolut niedrigste Wert seit der deutschen Wiedervereinigung, wie das Bundesamt berichtete.

Es gibt allerdings auch einen einfachen statistischen Grund für den Rückgang des Arbeitsvolumens: In diesem Jahr lag das Osterfest vollständig im zweiten Quartal. Allgemein zeigt das zweite Quartal wegen der vielen Feiertage jedes Jahr das schwächste Arbeitsaufkommen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutscher Arbeitsmarkt: So viele Erwerbstätige wie noch nie "

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  • Das relativiert wieder alles.

    7,7 Millionen Deutsche in Teilzeit oder Mini-Jobs

  • 44 Mio. ist erst mal gut. Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales sind es aber im Jahre 2030 nur noch 39 Mio.

    Und was wird aus den dann noch zusätzlichen 5 Mio. oder mehr?

    Das ist dann die andere Seite der Bilanz.

    Es kann also nur noch in eine Richtung gehen.

    Sollte es Merkel in der nä. Legislaturperiode schaffen die 44 Mio zu halten, ist dass auch lediglich nur eine Kennzahl und sagt über die Qualität der Jobs von den Erwebstätigen nichts aus.

    Mehr als 100.000 Höchstqualifzierte verlassen jährlich Deutschland. Ob diese nachhaltig ersetzt werden, ist dann die nächste Frage.

    Und die Zuwanderung wird niemals diese demographische Fehlentwicklng positiv schließen. Egal in welcher Richtung.

    Die zukünftigen Probleme sollten mit Einzelfällen nicht kaschiert werden.

    Die von der Kanzlerin vorgeszeigten Beispiele der gelungenen Integration von dem Nationalspieler Özil angefangen zeugt von großer Arroganz, Fehleinschätzng oder bis hin zur Eselei.

    Damit können und sollten sich zukünftig die Politiker nur noch parteipolitisch selbst verarschen.






  • Herr Professor, ja, die Babyboomergeneration arbeitet auch noch. Und die nächste darf dann bis 70 arbeiten.

    Und trotzdem wird es tendenziell immer weniger Erwerbstätige Menschen geben. Scho alleine durch Fehlmigration und Faulpelzen und der sozialen Hängematte und der Rest beschert die Digitalisierung und uns in Deutschland der Abbau von Arbeitsplätzen wenn die E-Autos den Durchbruch geschafft haben.

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