Deutscher Handelskongress
„Außer Rand und Band geratene Finanzmärkte“

Auf dem Deutschen Handelskongress war die Krise der Finanzmärkte beherrschendes Thema. Kanzlerin Merkel forderte, die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft weltweit zu verankern.
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BerlinDie Krise an den Finanzmärkten ist auch auf dem Deutschen Handelskongress in Berlin ein beherrschendes Thema. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte in ihrer Rede „eine bessere Regulierung“ der Branche. Sie könne nachvollziehen, dass die Menschen angesichts von „völlig außer Rand und Band geratener Finanzmärkte“ irritiert seien.

Wenn die Finanzmärkte zusammenbrächen, hätte das auch für die Realwirtschaft massive Folgen. Eine deutsche oder europäische Lösung sei allerdings nicht ausreichend, sagte die Kanzlerin. Die große Herausforderung sei, diese Regulierung global anzugehen. Sie plädierte dafür, die deutschen Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft weltweit zu verankern. „Dazu brauchen wir Europa: Wenn wir uns in Europa nicht zusammenschließen, dann werden wir auf den Weltmärkten relativ verloren sein.“

Der Präsident des Handelsverbandes (HDE), Josef Sanktjohanser, hatte zuvor von einem „exzessiven Treiben von Teilen der Finanzmärkte“ gesprochen. Er forderte die Trennung von Investmentbanken und Kreditinstituten. Nur so sei eine anhaltend gute Kreditversorgung möglich. Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland sei gut. Gleichwohl, so Sanktjohanser, befürchteten Unternehmen eine Eintrübung ihrer Geschäfte durch die Finanzmarktkrise.

Die Bundeskanzlerin bekannte sich zur Haushaltskonsolidierung, forderte das aber auch von den anderen EU-Ländern: „Wenn wir uns nicht daran gewöhnen, alle gemeinsam Regeln einzuhalten, dann wird der Euro weiter Schwierigkeiten machen“, sagte Merkel. „Wir müssen uns dauerhaft verpflichten, solide zu wirtschaften.“

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Kommentare zu " Deutscher Handelskongress: „Außer Rand und Band geratene Finanzmärkte“"

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  • Es ist außerordentlich wichtig, daß unsere Kanzlerin überall und sehr häufig Reden hält.

    Sie offenbart nämlich dabei jedes Mal, daß sie überhaupt nicht weiß, wovon sie redet, wenn sie das Wort Marktwirtschaft in den Mund nimmt.

    Irgendwann wird das dann auch beim letzten Depp ankommen; es kann allerdings noch lange dauern.

  • @Moliemopp

    Äh, ich bin nicht "obrigkeitshörig" und gehe - wie rund 60% meiner Mitbürger auch - gerne zur Wahl. Nur die dummen 40% bleiben zuhause nd saufen sich ihre Dummheit dann mit Sprüchen, wie Sie sie hier absondern, schön

  • Recht haben Sie, insbesondere dann, wenn anders gehandelt als gesprochen wird.

    Die Sprüche kommen alle aus dem "großen Nikolausbuch" und weil das Handeln mangels Verständnis zum gesagten daneben geht, kommen die "alternativlosen Entscheidungen".

    Italien macht's aktuell vor. Ich hoffe Herr Monti hat Glück. Es wäre ein gewaltiger, sachlicher Druck auf unsere "Berufspolitiker".

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