Deutscher Medienpreis für Uno-Generalsekretär
Annan fordert Kampf gegen Hunger und Armut

Trotz aller Furcht vor Anschlägen muss sich die Weltgemeinschaft wieder mit grundlegenderen Problemen wie Hunger und Armut befassen. Das hat Uno-Generalsekretär Kofi Annan am Mittwochabend in Baden Baden gefordert, wo ihm der Deutsche Medienpreis überreicht wurde.

HB BADEN BADEN. „Im täglichen Leben der meisten Menschen auf der Welt sind Terrorismus und Massenvernichtungswaffen heute weit entfernte, hypothetische Bedrohungen“, sagte Annan. Die Ängste der meisten Menschen drehten sich um Armut, Hunger, Arbeitslosigkeit und tödliche Krankheiten. Nicht Massenvernichtungswaffen, sondern Kalaschnikow-Sturmgewehre, Macheten und Tretminen bedrohten diese Menschen, von denen viele in Gesellschaften lebten, in denen die öffentliche Ordnung zusammengebrochen sei.

Wegen des Irak-Krieges habe sich die Weltgemeinschaft im vergangenen Jahr von wichtigen Aufgaben ablenken lassen, sagte Annan. „Doch in einer Welt, die nach wie vor zwischen Extremen von Reichtum und Armut, von Gesundheit und Krankheit, von Wissen und Unwissenheit, von Freiheit und Unterdrückung gespalten ist, wird es auch für die Privilegiertesten unter uns weder Frieden noch Sicherheit geben können.“ Die Deutschen forderte Annan auf, ärmere Länder stärker zu unterstützen und ihnen bei ihrer Entwicklung zu helfen.

Zugleich müssten die Vereinten Nationen (Uno) beweisen, dass sie in der Lage sei, wirkungsvoll gegen Bedrohungen für den Weltfrieden vorzugehen, sagte Annan. „Wir müssen zeigen, dass die Vereinten Nationen in der Lage sind, dieses Ziel zu erreichen, damit sich die Staaten nicht verpflichtet oder berechtigt sehen, das Recht in ihre eigenen Hände zu nehmen.“ US-Präsident George W. Bush hatte den Krieg gegen den Irak im vergangenen Jahr damit begründet, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitze und damit eine Gefahr für den Weltfrieden darstelle.

„Wegen seines Anstandes, seiner Menschlichkeit und seines Glaubens an Rechtsstaatlichkeit und Versöhnung wird Kofi Annan mehr als jeder andere Uno-Generalsekretär vor ihm von den Menschen auf der Straße geliebt“, sagte der frühere US-Präsident Bill Clinton in seiner Laudatio. Annan baue der Weltgemeinschaft eine Brücke ins 21. Jahrhundert. Hunderte Millionen Menschen in aller Welt sähen in ihm das lebende Symbol dafür, dass die Vision von einer vereinigten Welt Realität werden könne.

Der Deutsche Medienpreis wird vom Baden-Badener Medienunternehmen Media Control verliehen. Frühere Preisträger waren Clinton selbst, der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela, der ehemalige russische Präsident Boris Jelzin, Palästinenser-Präsident Jassir Arafat und der ermordete israelische Ministerpräsident Jitzhak Rabin.

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