Deutsches Pilotprojekt
Nato erweitert Afghanistan-Mandat

Die Nato will den von Deutschland geplanten Einsatz im Norden Afghanistans unterstützen. Grundsätzlich gab das Bündnis grünes Licht für eine Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes.

HB BRÜSSEL. Die Nato beschloss nach Angaben von Diplomaten am Montagmorgen in Brüssel, den von Deutschland geplanten Einsatz von bis zu 450 Soldaten in Kundus im Norden des Landes zu unterstützen. Kundus solle ein Pilotprojekt für eventuelle andere Einsätze außerhalb Kabuls sein. Die Nato-Militärs sollen nun bis zum 20. Oktober Detailplanungen vorlegen. Nach dem Grundsatzbeschluss der Allianz werde Deutschland im Uno-Sicherheitsrat auf eine Ausdehnung des Mandats der Internationalen Schutztruppe Isaf dringen. Diese ist Voraussetzung für eine Ausdehnung des Nato-Einsatzes.

Auch Frankreich, das zunächst Bedenken gegen eine Ausdehnung des Isaf-Mandates hatte, habe den Nato-Beschluss mitgetragen, sagten Diplomaten. Allerdings hätten Frankreich und die USA Erklärungen zu Protokoll gegeben. Details dazu wurden zunächst nicht bekannt.

Die Bundesregierung hatte Anfang September im Grundsatz beschlossen, bis zu 450 Soldaten zum Schutz von zivilen Aufbauhelfern nach Kundus zu schicken. Der Norden Afghanistans wird praktisch nicht von der Regierung in Kabul, sondern von regionalen Kriegsfürsten regiert. Derzeit sind rund 5 500 Isaf-Soldaten unter Nato-Kommando im Raum Kabul stationiert, darunter rund 1 800 Deutsche. Die Isaf soll die afghanische Regierung unterstützen, um ein Machtvakuum nach dem Sturz des Taliban-Regimes durch den von den USA geführten Krieg infolge der Anschläge vom 11. September 2001 zu verhindern. Im ganzen Land ist die Sicherheitslage noch immer angespannt.

Neben der konkreten Unterstützung für den Kundus-Einsatz sieht der Nato-Beschluss auch die Option auf begrenzte weitere Isaf-Einsätze außerhalb Kabuls vor. So könnten Isaf-Soldaten etwa den Ablauf von Wahlen oder anderer Ereignisse schützen, sagten Nato-Diplomaten.

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