Deutschland braucht mehr Kinder
Ostdeutschland altert stärker

Ostdeutschland wird nach Einschätzung des DIW stärker von der Alterung der Bevölkerung betroffen sein als der Westen. Ob die Zuwanderung dem Einhalt gebieten kann, ist zurzeit noch fraglich.

HB BERLIN. Auch bei verschiedenen Annahmen über die Entwicklung der Lebenserwartung und der Zuwanderung nach Deutschland werde die Bevölkerung deutlich altern, hieß es in der am Mittwoch veröffentlichten Bevölkerungsschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Bei unterschiedlichen Modellrechnungen steige im Osten der Anteil der mindestens 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung auf 40 Prozent im Jahr 2050 von 25 Prozent im Jahr 2001. Im Westen nehme der Anteil der Älteren in dieser Zeit nur auf 36 Prozent von 24 Prozent zu.

„Lediglich eine aus heutiger Sicht unwahrscheinliche massive Änderung des Geburtenverhaltens könnte der Alterung der Gesellschaft langfristig entgegenwirken“, hieß es. Es bleibe abzuwarten, inwieweit Deutschland durch das neue Zuwanderungsgesetz attraktiv für Hochqualifizierte und Selbstständige sein werde. „Verstärkte Zuzüge aus den Beitrittsländern (der EU) durch die später einsetzende Freizügigkeit für Arbeitnehmer dürften von größerer Bedeutung sein.“ Die Bevölkerungsentwicklung gilt als wichtiger Parameter für die Entwicklung des Wirtschaftswachstums.

Unter der Annahme, dass die Nettozuwanderung jährlich im Schnitt bei 220 000 Menschen liegt und die Lebenserwartung nur langsam zunimmt, geht das DIW in einer Modellrechnung von einem Anstieg der Bevölkerung in Deutschland von derzeit rund 82,5 auf 84,5 Millionen im Jahr 2020 aus. Bis 2050 werde die Zahl dann aber auf knapp 79 Millionen sinken. Sollte die Nettozuwanderung 270 000 betragen und die Lebenserwartung konstant ansteigen, werde die Bevölkerung bis 2020 auf 85,3 Millionen zulegen und dann bis 2050 wieder auf 83,1 Millionen abnehmen.

„Obwohl beide Varianten am Ende des Prognosezeitraums deutliche Unterschiede im Bevölkerungsniveau aufweisen, sind die Verschiebungen in der Altersstruktur nahezu gleich, in Ostdeutschland aber stärker ausgeprägt“, schrieben die Forscher. Ohne weitere Zuwanderungen und bei gleich bleibender Lebenserwartung wird die deutsche Bevölkerung nach DIW-Berechnung drastisch auf 54,5 Millionen im Jahr 2050 schrumpfen.

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