Deutschland
Flüchtlinge treiben Einwohnerzahl auf Rekord

Wegen der Zuwanderung leben in Deutschland so viele Menschen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Einwohnerzahl kletterte Ende 2016 auf rund 82,8 Millionen. Es gibt dennoch mehr Sterbefälle als Geburten.
  • 15

Berlin/WiesbadenIn Deutschland leben so viele Menschen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Einwohnerzahl kletterte Ende 2016 auf rund 82,8 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Vor Jahresfrist waren es noch 82,2 Millionen. Der bisherige Höchststand lag Ende 2002 bei gut 82,5 Millionen Personen. Grund für die Entwicklung ist, dass mehr Menschen nach Deutschland kamen als abwanderten. Die Statistiker beziffern diesen sogenannten Wanderungssaldo auf mindestens 750.000. Er liegt - wegen der abebbenden Zahl von Flüchtlingen - unter dem Rekordergebnis aus 2015 von 1,1 Millionen.

Seit 2002 ging die Bevölkerung stetig zurück. Dies liegt vor allem daran, dass in Deutschland seit 1972 jährlich mehr Menschen sterben als geboren werden. Dieses sogenannte Geburtendefizit schätzen die Experten für 2016 auf etwa 150.000 bis 190.000. Um die Einwohnerzahl zu halten, ist Deutschland also auf Zuwanderung angewiesen. Diese legte ab 2011 spürbar zu. Denn damals ging die siebenjährige Übergangsfrist für die Arbeitnehmerfreizügigkeit nach der Ost-Erweitertung der EU von 2004 zu Ende. Die Folge: Vor allem viele Polen kamen nach Deutschland, um Arbeit zu suchen. Deshalb klettert die gesamte Einwohnerzahl seit 2012, zuletzt aber hauptsächlich wegen der vielen Flüchtlinge etwa aus Syrien oder afrikanischen Ländern.

Die Wirtschaft hofft, dass gut ausgebildete Zuwanderer den Fachkräftemangel in Deutschland abmildern können. Viele Flüchtlinge tun sich wegen fehlender Sprachkenntnisse und mangelnder Qualifikation allerdings noch schwer mit der Integration in den Arbeitsmarkt. Fachleute gehen auch davon aus, dass die starke Zuwanderung die zunehmende Alterung der Gesellschaft bestenfalls verlangsamen, aber nicht stoppen kann.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutschland: Flüchtlinge treiben Einwohnerzahl auf Rekord"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • - Flüchtlinge treiben Einwohnerzahl auf Rekord -

    Auch noch eine hohe Beschäftigungsquote - die Art der Beschäftigung ist dabei unerheblich - dann ist für die Ersbsenzähler und geistigen Kleingärtner, die Zukunft für Deutschland gerettet.

  • @Herr Alessandro Grande

    Das dieser Hoffmann eigentlich in die „Geschlossene“ gehört, davon kann man bei dessen doch ziemlich gestörten Verhaltens hier in diesem Forum schon ausgehen.

    Genauso wie Höcke ist der Hoffmann als Unterstützer oder vielleicht sogar Mitglied der AfD für die Partei eine Schande.

    Jetzt spricht dieser Hoffmann sogar von unserem Reich „denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!“

    Entweder Nazi oder Reichsbürger – oder Beides in Einem?

  • @Herr Alessandro Grande

    Die von mir zusätzlich genannten Kostenfaktoren wurden als Ergänzung zu denen in Ihrem Kommentar angeführt.

    Bei den Kosten der Krankenversicherung ist festzustellen, dass diese ausschließlich von der Gemeinschaft der GKV-Versicherten zu tragen sind – denn für die Mehrkosten durch „Schutzsuchende“ wurde der Gesundheitsfond bereits mit rd. 1,3 Mrd. € angezapft (nicht die Gesamtheit der Steuerzahler!!) .

    Warum? Weil offenbar keine frei verfügbaren Steuermittel für die Krankheitskosten der „Schutzsuchenden für Jeden erkennbar „verschwendet“ und so die „wahren Kosten“ verschleiert werden sollen.

    Und was macht die Presse daraus? Nichts – sie beteiligt sich daran, Lügen zu verbreiten, indem für jeden halbwegs denkfähigen Journalisten klar nachvollziehbare falsche „Kostenzahlen“ (siehe Flüchtlingskosten - Bund gab 2016 knapp 22 Milliarden Euro aus
    verbreitet und damit unterstützt werden.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass die Presse fast ausnahmslos nur noch über Schreiberlinge statt richtige Journalisten verfügt?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%