Deutschland
Islamisten planten Anschläge in Russland

Die Berliner Polizei hat möglicherweise Anschläge islamistischer Extremisten in Russland vereitelt. Zuvor waren im Zuge von Ermittlungen wegen Verabredung zum Mord am Mittwoch 28 Wohnungen in Berlin durchsucht worden.
  • 0

HB BERLIN. Die Untersuchungen richteten sich gegen drei Männer im Alter von 28, 30 und 36 Jahren, die Anschläge in Russland geplant haben sollen. Es sei eine Gruppe von etwa 15 gewaltbereiten Personen ermittelt worden, teilte die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt mit. Kopf der Gruppe sei ein Berliner Islamist arabischer Herkunft, der Terrorangriffe in Russland ausführen wollte.

Die Beschuldigten hätten sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Festnahmen habe es nicht gegeben, da kein dringender Tatverdacht vorliege. Zu den Ermittlungen hätten Hinweise aus dem Ausland geführt.

Einige Islamisten aus der Gruppe sind den Angaben zufolge bereits aus Deutschland ausgereist, um sich in Lagern in Pakistan ausbilden zu lassen. Es gebe aber bislang keinen Zusammenhang mit islamistischen Drohvideos, in denen vor und nach der Bundestagswahl Anschläge in Deutschland angekündigt worden waren, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. An den Durchsuchungen seien 140 Ermittler beteiligt gewesen, die unter anderem Computer, verschiedene Speichermedien und Outdoor-Bekleidung sichergestellt hätten.

Die „Bild“-Zeitung hatte auf ihrer Internet-Seite berichtet, die Verdächtigen stammten aus Tschetschenien. Zu dem Bericht wollte sich die Staatsanwaltschaft zunächst nicht äußern. In der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien kämpfen islamistische Rebellen für einen unabhängigen islamischen Staat. In jüngster Zeit nahm die Gewalt dort deutlich zu. Auch in Russland haben tschetschenische Rebellen Anschläge verübt.

Kommentare zu " Deutschland: Islamisten planten Anschläge in Russland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%