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06.11.2007 
Erneuerbare Energien

Deutschland ist der Ökostrom-Primus der EU

2010 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch zehn Prozent erreichen - so will es die Europäische Union. Deutschland wird dieses Ziel bereits in diesem Jahr weit übertreffen. Das bereitet den Energieversorgern Kummer, denn das Herz leistet mehr, als die Adern transportieren können.

Techniker auf einer Windkraftanlage. Foto: dpaLupe

Techniker auf einer Windkraftanlage. Foto: dpa

HB BERLIN. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in Deutschland werde in diesem Jahr auf über 14 Prozent steigen, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Werner Brinker am Dienstag in Berlin. Damit würde Deutschland als erstes europäisches Land bereits in diesem Jahr die EU-Vorgaben für 2010 zur Förderung der erneuerbaren Energien erreichen.

Brinker beklagte, der Ausbau regenerativer Energiegewinnung gehe viel schneller als der parallel notwendige Netzausbau. Die Genehmigung neuer Energietrassen dauere aber viel zu lange. Zudem biete das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) keine Anreize für eine Energieerzeugung mit Wind, Sonne, Biomasse und Wasserkraft, die dem Bedarf gerecht werde.

Bundesumwelt- und Wirtschaftsministerium ringen seit Monaten um neue Förderrichtlinien im EEG, die 2009 in Kraft treten sollen. Das EEG regelt die Einspeisevergütungen für Ökostrom aus Windkraft, Solar- und Biomasse-Energie und wurde 2004 noch von der rot-grünen Koalition auf den Weg gebracht. Es ist das entscheidende Instrument für den Ausbau des Ökostroms, der bis 2020 einen Anteil von mehr als 27 Prozent am Stromverbrauch erreichen soll. Damit sollen die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht und nach dem Willen von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auch die Atomkraft ersetzt werden.

Nach neuesten BDEW-Schätzungen liegt der Anteil der regenerativen Energien am Stromverbrauch 2007 bei etwa 14,5 Prozent (Vorjahr: 11,7). Dabei ist die Windkraft unverändert mit 6,8 (5,0) Prozent am Stromverbrauch Spitzenreiter, gefolgt von Wasserkraft mit 3,4 (3,2) und Biomasse 3,1 (2,5) Prozent. Schlusslicht ist die Photovoltaik - also die Stromerzeugung mit Solarzellen - mit 0,5 (0,4) Prozent.

Im BDEW haben sich jüngst mehrere Energieerzeuger-Verbände zusammengeschlossen. Der neue Spitzenverband repräsentiert nach eigenen Angaben rund 1 800 Unternehmen der Erdgas-, Strom- und Fernwärmeversorgung sowie der Wasserwirtschaft.

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