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06.02.2008 
Schnelle Eingreiftruppe

Deutschland schickt Kampfverband nach Afghanistan

Deutschland wird erstmals einen Kampfverband nach Afghanistan schicken. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) kündigte an, dass Deutschland der Bitte der Nato entsprechen und im Sommer eine sogenannte schnelle Eingreiftruppe in Nord-Afghanistan stationieren werde.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung. Foto: ArchivLupe

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung. Foto: Archiv

HB BERLIN. Vom Sommer an wird die Bundeswehr in Afghanistan wohl vor einer neuen Aufgabe stehen: Im Norden sollen deutsche Soldaten die schnelle Eingreiftruppe stellen, die als eine Art militärische Feuerwehr in bedrohlichen Situationen zur Hilfe gerufen wird. Die Deutschen würden damit rund 250 Norweger ablösen, die diese Truppe seit knapp zwei Jahren stellen.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung will seinen Nato-Kollegen die Entsendung der Truppe bei einem Treffen am Donnerstag in Vilnius anbieten. Dass das Bündnis die Deutschen in die Pflicht nimmt, liegt nicht zuletzt an deren Rolle als Führungsnation im Norden Afghanistans. Deutschland hat deshalb besonders großes Interesse daran, für Notfälle weiter eine Eingreiftruppe zur Verfügung zu haben - und andere Freiwillige sind rar. Zugleich will Jung mit dem Verweis auf die Truppe Forderungen von Alliierten nach Soldaten für den besonders gefährlichen Süden begegnen.

Grundsätzlich erfüllt die „Quick Reaction Force“ ähnliche Aufgaben wie bisher schon die – ebenfalls deutschen – Schutzkompanien der Wiederaufbauteams. Sie ist aber nicht örtlich gebunden und im gesamten Norden einsatzbereit. So kann die schnelle Eingreiftruppe auch dort gegen Aufständische kämpfen, wo keine anderen Isaf-Soldaten in der Nähe sind. Das ist vor allem wegen der Größe des Zuständigkeitsgebiets wichtig, das auf europäische Verhältnisse übertragen vom Rhein bis nach Warschau reicht und rund sieben Millionen Einwohner umfasst.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Zwei Alarmeinsätze für die Norweger

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