Deutschland sucht eine Drohne
Sensenmänner oder Raubtiere für die Bundeswehr

Die einen rühmen sie als Wunderwaffen, die anderen verteufeln sie als Killermaschinen. Auch die Bundeswehr soll mit Kampfdrohnen aufgerüstet werden. Eine baldige Entscheidung wird es aber wohl nicht geben.
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BerlinDer Name lässt keinen Zweifel daran, wofür das nur elf Meter lange und bis zu 480 Stundenkilometer schnelle Fluggerät geschaffen wurde. „Reaper“ – zu Deutsch Sensenmann – tauften die US-Streitkräfte die modernste aller Kampfdrohnen. Der Hersteller General Atomics hatte zuvor den Namen des Vorgängermodells verwendet und das unbemannte Flugzeug schlicht „Predator B“ genannt. Das klingt allerdings auch nicht viel weniger martialisch: „Predator“ ist das englische Wort für Raubtier.

Der Hightech-Flieger wurde für den Krieg gegen den Terror entwickelt, trägt Präzisionsbomben und gelenkte Raketen unter seinen Flügeln und wird von den US-Streitkräften seit Jahren gegen Aufständische in Pakistan eingesetzt. Jetzt wird möglicherweise auch die Bundeswehr mit den „Sensenmännern“ oder „Raubtieren“ aufgerüstet, wenn auch zu anderen Zwecken. Das Verteidigungsministerium sucht derzeit händeringend nach einer Drohne, die sie ab Ende 2014 in den Einsatz schicken kann.

Minister Thomas de Maizière hat sich bereits für eine bewaffnete Variante ausgesprochen. Doch die Beschaffung von Drohnen für die Bundeswehr verzögert sich weiter. Die Entscheidung des Bundestags über das umstrittenste Rüstungsprojekt der Bundeswehr wurde bereits auf die Zeit nach der Wahl im September verschoben. Trotzdem laufen im Ministerium die Vorbereitungen für den Deal weiter. Sie gestalten sich aber schwieriger als erwartet, und die Zeit drängt.

Schon im Oktober 2014 läuft der Mietvertrag für drei unbewaffnete israelische Aufklärungsdrohnen des Typs „Heron 1“ (Englisch für Reiher) aus, die sich im Afghanistan-Einsatz bewährt haben. Frühestens 2020 soll eine europäische Drohne einsatzbereit sein, die vor allem zusammen mit Frankreich entwickelt werden soll. Für die Übergangsphase sollen am Markt verfügbare Drohnen beschafft werden.

Neben „Heron 1“ und „Reaper“ kommt nur die größere und modernere „Heron“-Version TP in Frage, die auch Waffen tragen kann. Allerdings mangelt es ihr an Einsatzerfahrung. Die israelischen Streitkräfte nutzen sie erst seit drei Jahren. Die Luftwaffe hat lange Zeit das US-Modell favorisiert, soll nach einem „Spiegel“-Bericht inzwischen aber auch Gefallen an dem israelischen Konkurrenten gefunden haben.

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Sensenmänner oder Raubtiere für die Bundeswehr

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Skepsis gegenüber den unbemannten Flugzeugen

Kommentare zu " Deutschland sucht eine Drohne: Sensenmänner oder Raubtiere für die Bundeswehr"

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  • alles klar, John Rambo

  • @ Harlemjump

    ...da kann man gar nicht soviel Essen wie man K*##%& möchte, wenn man dieses Rambo-Gestammel hier hört..

    Was für eine schöne Schwarz-Weiß-Welt Sie haben. Einfache Weltbilder für geistig einfache Menschen.

    Wie ... einfach ... muss man sein, um nicht zu begreifen, dass der "Krieg gegen den Terror", welcher unbestreitbar niemals gewonnen werden kann, nur ein konstruierter Anlass für die militärische Umsetzung großer geo-strategische Ziele des US-Imperiums und seiner Verbündeter ist.

    Der "Krieg gegen den Terror" ist in Wahrheit ein Krieg um Rohstoffe und Energiequellen, zB die größten Erdgasreserven der Welt (Syrien), Öl & den halbtoten Dollar (Iran) und letztlich auch gegen die konkurrierenden Weltmächte Russland und China.

    Wer glaubt denn ernsthaft, dass die ganzen Armeen gegen Terroristen auf Eseln oder gegen einen Iran in Stellung gebracht wurden?

    Hier geht es um so viel mehr als darum Ihren Hintern vor einem Bombenleger zu schützen...

    P.S. Schoneinmal von GLADIO gehört?

  • Das sind Mordwaffen.

    Und dass wir Deutschland am Hindukusch verteidigen glaube Sie doch wohl selbst nicht.

    Der "Krieg gegen den Terror" ist ein imperialistischer Angriffskrieg des Westens gegen Länder mit hohen Vorkommen an Bodenschätzen.

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