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04.03.2008 
Airports und Bahn betroffen

Deutschland vor Superstreik – Flüge annuliert

Deutschland steht vor einer neuen großen Streikwelle: Nach Verdi kündigte nun auch die Lokführergewerkschaft GDL erneut Arbeitsniederlegungen an. Ab Montag startet der „unbefristete Totalstreik“ bei der Bahn. Auf den deutschen Flughäfen wird bereits für diesen Mittwoch ein Chaos befürchtet. Die Lufthansa strich vorsorglich 142 Flüge.

Erst Verdi, jetzt auch wieder die Lokführer. Deutschland steht vor massiven Streiks. Foto: apLupe

Erst Verdi, jetzt auch wieder die Lokführer. Deutschland steht vor massiven Streiks. Foto: ap

HB DÜSSELDORF. Die deutschen Flughäfen rechnen für Mittwoch mit Streikaktionen der Gewerkschaft Verdi und stellen sich auf massive Behinderungen ein. Schon bei geringen Arbeitskampfmaßnahmen seien erhebliche Verspätungen und Flugausfälle während des ganzen Tages wahrscheinlich, hieß es am Dienstag bei mehreren Flughäfen.

„Nach unseren Informationen kommt es Mittwoch früh zu Streikaktionen“, sagte ein Flughafen-Sprecher. Verdi sprach von Warnstreiks an den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen. Betroffen sind Düsseldorf, Münster-Osnabrück und vermutlich auch Köln-Bonn, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Leo Hambloch.

Auch der Münchner Flughafen stellt sich auf Warnstreiks ein. Aufgrund der möglichen Arbeitskampfmaßnahmen habe man mit Verdi eine Notdienstvereinbarung geschlossen, teilte der Airport mit. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Streiks den Flugverkehr beeinträchtigen und zu Verspätungen und Streichungen führen könnten. Mit der Notdienstvereinbarung solle sichergestellt werden, dass alle erforderlichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung auch im Falle eines Streiks durchgeführt werden könnten, erklärte der Flughafen. Fluggäste sollten sich aber vor ihrer Reise auf der Webseite des Flughafens oder bei den Fluggesellschaften über Verspätungen oder Annullierungen erkundigen.

Infolge der Ankündigungen strich die Lufhansa vorsorglich 142 Flüge. Insbesondere Flüge innerhalb Deutschlands seien betroffen. Reisende könnten aber mit ihrem Flugschein die Bahn benutzen. Interkontinentalflüge sollten am Vormittag wie geplant stattfinden.

Innerdeutsch reisende Fluggäste, deren Flüge am Mittwochmorgen gestrichen werden, werden gebeten, die Züge der Deutschen Bahn zu nutzen. Etix-Reisende werden gebeten, ihre elektronischen Tickets an einem Lufthansa-Schalter in Reisevoucher umwandeln zu lassen. Detaillierte Informationen über alle gestrichenen Flüge erhalten Lufthansa-Fluggäste den Angaben zufolge im Internet unter lufthansa.com oder über das Call Center unter der Telefonnummer 01805-8384267.


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Die meisten großen Airports unterliegen dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Bereits Störungen des Betriebs, die auf wenige Stunden befristet seien, könnten den Flugbetrieb erheblich beeinträchtigten und zu Verspätungen und Flugausfällen während des ganzen Tages führen, sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Am größten deutschen Flughafen starten und landen in Spitzenzeiten jede Stunde rund 80 Flugzeuge.

„Wenn die Sicherheitskontrollen nicht mit Personal besetzt sind, muss der Flughafenbetrieb bereits geschlossen werden“, sagte der Fraport-Sprecher. Auch beim Be- und Entladen von Flugzeugen komme es für einen reibungslosen Ablauf darauf an, dass die engen Zeitvorgaben eingehalten werden. Wenn am Morgen eine Maschine zu späte starte, könne sie ihren Zeitplan den ganzen Tag lang nicht mehr einhalten.

Die Gewerkschaften Verdi und der Beamtenbund verlangen für die rund 1,3 Millionen Beschäftigten den öffentlichen Dienstes acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro im Monat mehr. Zwei Tage vor der fünften Verhandlungsrunde in Potsdam wollen sie den Druck auf die Arbeitgeber durch Streiks erhöhen, ein neues Angebot vorzulegen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: GDL will bei der Deutschen Bahn ab Montag streiken

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