Deutschlandjahr in Japan eröffnet
Köhler wirbt für mehr Zusammenarbeit

Bundespräsident Horst Köhler hat bei seiner Japan-Reise für eine stärkere Zusammenarbeit beider Länder plädiert.

HB TOKIO. Die bilateralen Beziehungen beider Länder seien zwar gut. Doch gebe es noch viel zu tun, um das Potenzial voll zu erschließen, sagte Köhler am Montag in Tokio zum Auftakt des Deutschlandjahres in Japan. „Wir müssen gerade die jungen Menschen mehr füreinander interessieren.“ Mit dem Deutschlandjahr, das er gemeinsam mit Japans Kronprinz Naruhito mit einer Ausstellung von Schätzen der Berliner Museumsinsel feierlich eröffnete, wolle man die „Routine aufbrechen, die sich in die bilateralen Beziehungen möglicherweise eingeschlichen hat“.

Deutschland stellt sich während der kommenden zwölf Monate mit 750 Projekten aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft zum ersten Mal in Japan umfassend vor. Politik und Wirtschaft haben dafür mehr als zehn Mill. € investiert, mehr als 50 deutsche Unternehmen sind beteiligt. Ein Höhepunkt ist die Sonderausstellung mit Meisterwerken der Berliner Museumsinsel im Nationalmuseum in Tokio. Sie spannt einen Bogen über fünf Jahrtausende, von der ägyptischen Hochkultur bis zu Gemälden des 19. Jahrhunderts.

„Die Ausstellung steht für das klassische Erbe Deutschlands“, sagte Köhler. Deutschland will sich aber zugleich mit neuen Trends in Design, Mode, Film und Musical als junges und innovatives Land präsentieren, denn das Interesse junger Japaner an Deutschland ist stark gesunken. Zudem ist das Deutschlandbild vieler Japaner eher von Traditionellem wie Beethoven, Bier und Industrieprodukten geprägt.

Köhler und seine Frau Eva hatten zunächst an einer Teezeremonie teilgenommen, bevor sie vom japanischen Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko empfangen wurden. Anschließend aßen sie mit Kronprinz Naruhito und Kronprinzessin Masako in deren Palast zu Mittag. Dass die Kronprinzessin, die wegen Krankheit seit über einem Jahr keine öffentlichen Verpflichtungen mehr wahrgenommen hat, anwesend war, wurde in Tokio als eine besondere Geste aufgenommen.

Köhler zeigte sich beeindruckt von dem Strukturwandel in der japanischen Wirtschaft. Von dem ungebrochenen Engagement in Japan für Technologien und neue Entwicklungen könne Deutschland lernen, sagte Köhler. Beide Länder stünden vor vergleichbaren Herausforderungen. So mache die demographische Entwicklung den Umbau der Sozialsysteme erforderlich. Am Dienstag trifft Köhler mit Ministerpräsident Junichiro Koizumi zusammen und besucht unter anderem die Expo in Aichi.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%