Deutschlandtrend

ARD-Befragung sieht FDP wieder bei fünf Prozent

Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, dürfte die FDP zurück ins Parlament einziehen: Nach fast zwei Jahren kommen die Liberalen beim „Deutschlandtrend“ der ARD wieder auf fünf Punkte. Merkel verliert an Vertrauen.
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Der wiedergewählte FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner: Seit dem Bundesparteitag in Berlin hat die FDP laut ARD-Befragung um rund einen Prozentpunkt zugelegt. Quelle: dpa
Christian Lindner

Der wiedergewählte FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner: Seit dem Bundesparteitag in Berlin hat die FDP laut ARD-Befragung um rund einen Prozentpunkt zugelegt.

(Foto: dpa)

KölnErstmals seit fast zwei Jahren kommt die FDP beim „Deutschlandtrend“ der ARD wieder auf fünf Prozent: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden die Liberalen also ins Parlament zurückkehren können, aus dem sie im September 2013 hinausgeflogen waren. In der am Freitag veröffentlichten Befragung legte die FDP - nach ihrem Parteitag in Berlin - um einen Prozentpunkt zu.

Die Union kommt demnach auf 41 Prozent, 26 Prozent der Befragten würden der SPD ihre Stimme geben. Die Grünen und die Linken kommen jeweils auf neun Prozent. Die derzeit von Flügelkämpfen geprägte AfD würden fünf Prozent wählen - ihr schlechtester Wert seit August 2014.

Alle untergekommen
Historische Niederlage
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Es war das erste Mal, dass die FDP knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte: 2013 ging als schwarzes Jahr in die Geschichte der Partei ein. Die ehemalige Führungsriege der Liberalen – hier die damalige Generalsekretärin Birgit Homburger, Außenminister Guido Westerwelle und Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (von links) – erklärte daraufhin geschlossen ihren Rückzug. Geschadet hat es keinem: Die ehemaligen FDP-Granden sitzen heute meist auf attraktiven Posten in der Privatwirtschaft.

Philipp Rösler
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Augenarzt wollte er werden – bis ihm die Politik dazwischen kam. Als Parteivorsitzender führte Philipp Rösler die FDP bei der Bundestagswahl 2013 zur größten Schlappe in der Geschichte der Partei. Fast zehn Prozent verloren die Liberalen damals im Vergleich zu 2009. Trotzdem fiel er danach weich: Keine drei Tage nach der historischen Niederlage bekam der ehemalige Wirtschafts- und Technologieminister ein Jobangebot – und arbeitet heute im Vorstand des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Daniel Bahr
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Seinem Ressort ebenfalls treu geblieben ist Daniel Bahr. Nach seinem Ausscheiden als Gesundheitsminister arbeitete er zunächst als gesundheitspolitischer Berater der US-Regierung und unterstützte Präsident Barack Obama bei der Einführung der Gesundheitsreform „Obamacare“. Seit November ist er Generalbevollmächtigter der Allianz Private Krankenversicherung und verantwortet dort die Bereiche Leistungsmanagement und Vertriebskoordination.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
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Sie war die beliebteste FDP-Politikerin – trotzdem konnte die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger den Absturz der Partei nicht verhindern. Politisch ist die Rechtsanwältin heute noch in der Kommunalpolitik – im Starnberger Kreistag – tätig. Außerdem sitzt sie im Vorstand mehrerer Stiftungen, darunter bei der parteinahen Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Zuletzt machte Leutheusser-Schnarrenberger als Verkehrssünderin von sich reden: Im März wurde sie mit einem Blutalkoholwert von 0,8 Promille hinterm Steuer erwischt.

Rainer Brüderle
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Mit einem verunglückten Spruch zur Dirndl-Tauglichkeit einer Journalistin setzte der damalige Fraktionschef Rainer Brüderle 2013 versehentlich eine hitzige Debatte über Alltagssexismus in Gang. Weit weniger verfänglich dürfte sein neuer Posten sein: Als Vorstandsvorsitzender des Bundes der Steuerzahler steht der ehemalige Wirtschaftsminister seit dem 1. April wieder im Dienst der Öffentlichkeit.

Vorstand FDP Baden-Württemberg
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Gleich zwei schwere Schlappen der FDP gehen zumindest mit auf das Konto von Birgit Homburger: Bei der baden-württembergischen Landtagswahl 2011 fuhr die ehemalige FDP-Landesvorsitzende das historisch niedrige Ergebnis von 5,3 Prozent ein. Bei der Bundestagswahl 2013 war sie als stellvertretende Bundesvorsitzende zwar schon abgewählt, aber mit dem Scheitern ihrer Partei endete auch ihr politisches Engagement. Heute ist die Diplom-Verwaltungswissenschaftlerin Partnerin bei dem Personalberatungsunternehmen Odgers Berndtson in Frankfurt.

Cornelia Pieper
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Unter ihrem Parteifreund Guido Westerwelle arbeitete die Diplom-Sprachmittlerin Cornelia Pieper als Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Heute vertritt sie als Generalkonsulin die Bundesrepublik in der polnischen Stadt Danzig. Außerdem sitzt sie im Aufsichtsrat der Versicherungsgruppe Nürnberger.

In der Geheimdienst-Affäre bezweifeln 62 Prozent der Bürger, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sich aufrichtig bemüht, die Vorgänge rund um die Zusammenarbeit der Nachrichtendienste BND und NSA aufzuklären. 28 Prozent glauben, dass die Bundeskanzlerin eine komplette Aufklärung anstrebt.

Für den „Deutschlandtrend“ befragte das Institut Infratest dimap im Auftrag des ARD-“Morgenmagazins“ von Montag bis Mittwoch 1011 Bundesbürger.

Die FDP ist wieder da

  • afp
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5 Kommentare zu "Deutschlandtrend: ARD-Befragung sieht FDP wieder bei fünf Prozent"

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  • Das die AfD in den Umfragen sinkt ist logisch denn öffentlich ausgetragener Streit kommt bekanntlich nie gut beim potentiellen Wähler. Dafür wurden auch schon andere Parteien abgestraft.
    Das die FDP etwas steigt ist genauso logisch, so übertrieben positiv wie deren Wahlerfolge in letzter Zeit sowie deren Bundesparteitag dargestellt wurde.

    Aber alles in allen haben wir erst im Frühjahr 2016 die nächsten Wahlen. Somit sind Umfragen in einer wahlfreien Zeit zwar interessant aber ohne wirkliche Relevanz.

  • Die ARD & Co. gaben sich äußerste Mühe bei den FDP-Parteisitzungen, diese ständig und zu oft sichtbar zu machen ! Subjektiv mehr Präsenz, als bei Parteien, die im Bundestag noch tätig sind ! Wer hat wohl ein Interesse das ....... ?

    Eine gesendete TV-Doku : >>>Ausverkauf unserer DEMOKRATIE<<<
    Da spielte diese Partei keine Nebenrolle !!! War sehenswert und informativ !

    Und diese SCHÖN-BLÖD-Befragungen sind durchsichtig und beantworten mir einige "Kumpaneien",die in unserem Land "blühen" ! Neutralität, das wär mal was !!!

  • "ARD-Befragung sieht FDP wieder bei fünf Prozent"

    Das ist möglich. Wenn sich die Zahl der Wähler nochmals halbiert, dann verdoppelt sich der Prozentanteil der FPD - nicht der FDP-Wähler!

    Das Problem der FDP ist doch nicht ihr Wahlprogramm, sondern die Typen, die das Wahlprogramm nicht repräsentieren. Schauen Sie sich doch um, ob ich irre!

  • Das Abschneiden der FDP beim Deutschlandtrend dürfte in erster Linie dem nicht überzeugenden Erscheinungsbild der Großen Koalition sowie der Selbstzerlegung der AfD und weniger dem eigenen Profil dieser Partei geschuldet sein. Diejenigen, die sich einen Wiedereinzug der FDP in den Bundestag wünschen, sollten sich an die " Performance " dieser Partei während der Zeit ihrer Regierungsbeteiligung erinnern. Trotz der Bemühungen des Herrn Lindner handelt es sich meiner Wahrnehmung nach immer noch um eine Klientelpartei, die Partikularinteressen verfolgt, statt etwa eine ernsthafte steuerliche Entlastung aller Arbeitnehmer im Blick zu haben. Die FDP ist seit der Zeit des Herrn Westerwelle zu einer Partei der organisierten Permissivität mutiert und hat ihre innere Substanz eingebüßt. Sie mag noch als Protestpartei taugen, stellt aber keine Bereicherung für die deutsche Parteienlandschaft dar.

  • so so, die 1,3% Partei FDP hat bundesweit wie Bestellt nun wieder 5% ? woher? mit Leihstimmen der Umfrage?

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