Deutschlandtrend
BND-Affäre wird gefährlich für Merkel

Fast jeder zweite Deutsche glaubt laut einer neuen Umfrage nicht, dass Angel Merkel die BND-Affäre aufklären will. Bei der FDP hingegen steigen die Umfragewerte – und die Union träumt schon wieder von schwarz-gelb.
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Die umstrittene Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Geheimdienst BND und der US-amerikanischen NSA setzt Bundeskanzlerin Angela Merkel immer stärker unter Druck. Fast zwei Drittel der Deutschen bezweifeln laut dem „Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin“, dass sich Merkel aufrichtig um Aufklärung der Affäre bemüht. 62 Prozent haben diese Zweifel, lediglich 28 Prozent glauben, dass die Kanzlerin eine komplette Aufklärung anstrebt.

Der BND soll dem US-Geheimdienst NSA das Ausspähen von Zielen in Deutschland und Europa ermöglicht haben. Zweifel an der Ernsthaftigkeit von Merkels Bemühungen haben der Umfrage zufolge vor allem Anhänger der Oppositionsparteien und der SPD. Aber auch 42 Prozent der Unionsanhänger sind der Überzeugung, die Kanzlerin kümmere sich nicht ausreichend um die Aufklärung der Affäre.

Für die FDP ist der aktuelle "Deutschlandtrend" eine gute Nachricht. Erstmals seit fast zwei Jahren kommt sie in der Umfrage der ARD wieder auf fünf Prozent: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden die Liberalen also ins Parlament zurückkehren können, aus dem sie im September 2013 hinausgeflogen waren. In der am Freitag veröffentlichten Befragung legte die FDP - nach ihrem Parteitag in Berlin - um einen Prozentpunkt zu.
Die Union kommt demnach auf 41 Prozent, 26 Prozent der Befragten würden der SPD ihre Stimme geben. Die Grünen und die Linken kommen jeweils auf neun Prozent. Die derzeit von Flügelkämpfen geprägte AfD würden fünf Prozent wählen - ihr schlechtester Wert seit August 2014. Für den "Deutschlandtrend" befragte das Institut Infratest dimap im Auftrag des ARD-"Morgenmagazins" von Montag bis Mittwoch 1011 Bundesbürger.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutschlandtrend: BND-Affäre wird gefährlich für Merkel"

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  • So dürfen Sie das nicht sehen!

    Wir alle haben Parteien gewählt und die suchen sich ihre Leute zum - wie Sie sagen - abnicken aus. Wenn diese nicht abnicken, dann sind sie beim nächsten Mal draußen. Deshalb handeln sie "alternativlos". Das ist doch nachvollziehbar.

    In Sachen ESM waren es über 80 % der Bundestagsabgeordneten - Sie schreiben "Abnicker".

    Wenn wir ehrlich sind, dann sind nicht die Abnicker die Schuldigen, sondern wir, die wir das Spiel mitmachen.

  • Lilly Marlen
    ich glaube, Sie haben Recht. Auch ich habe ja die Vermutung, dass die Amis Merkels Stasti-Akte haben

  • BND-Affäre wird gefährlich für Merkel"

    Mit 600 Abnicker im Rücken, glaub ich das nicht.

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