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DGB-Kongress: Bundeskanzlerin lehnt Transaktionssteuer ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Transaktionssteuer zur stärkeren Regulierung der Finanzmärkte auf dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) als international nicht durchsetzbar abgelehnt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht auf dem Kongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Quelle: APN
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht auf dem Kongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Quelle: APN

HB BERLIN. Trotz allen Streits über Rente mit 67, Kopfpauschale und die Lehren aus der Weltfinanzkrise ist Bundeskanzlerin Angela Merkel um einen Schulterschluss mit den Gewerkschaften bemüht. Bei allen strittigen Entscheidungen werde sie „den Gesprächsfaden zu den Gewerkschaften intensiv suchen“, sagte die CDU-Vorsitzende am Sonntag. Zwar lehnte Merkel Kernforderungen des DGB wie etwa einen gesetzlichen Mindestlohn ab. Sie sagte aber Unterstützung zu für die Ausweitung von Branchen-Mindestlöhnen. DGB-Chef Michael Sommer, dessen Wiederwahl am Montag ansteht, forderte die Kanzlerin auf, Zockern auf den Finanzmärkten das Handwerk zu legen.

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Anders als bei Merkels erstem Auftritt auf dem DGB-Bundeskongress vor vier Jahren blieben Proteste der rund 400 Delegierten während der halbstündigen Rede aus. Einzig als Merkel einen gesetzlichen Mindestlohn ablehnte mit den Worten „Ich glaube, dass das nicht die richtige Antwort ist“, war im Saal kurz der Hauch einer Trillerpfeife zu hören.

Sommer forderte die Kanzlerin zu einer schärferen Regulierung der Finanzmärkte auf: „Legen Sie den Zockern endlich das Handwerk, selbst wenn Sie mit der FDP eine kleine Schutzmacht der Spekulanten in der Regierung haben.“ Es sei eine „wirkungsvolle Steuer auf alle Finanztransaktionen“ nötig. Freiwillige Selbstverpflichtungen oder die von der Koalition geplante Bankenabgabe reichten nicht aus.

Freiwillige Selbstverpflichtungen oder die von der Koalition geplante Bankenabgabe reichten nicht aus. Merkel lehnte eine Transaktionssteuer aber als international nicht durchsetzbar ab.

Sie plädierte für eine vom Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgeschlagene Finanzmarktaktivitätssteuer, mit der auch Gewinne und Bonuszahlungen besteuert würden. Die Kanzlerin verteidigte die von der Koalition geplante Bankenabgabe, die DGB-Chef Michael Sommer zuvor als nicht ausreichend kritisiert hatte. Merkel sprach sich zudem für eine stärkere Regulierung des Derivate-Handels und ein Verbot von „Leerverkäufen in einem bestimmten Umfang“ aus.

Ihre Ablehnung der von SPD und Gewerkschaften geforderten Transaktionssteuer, mit der Börsenumsätze besteuert würden, schränkte Merkel allerdings ein. Wenn es den Gewerkschaften gelinge, die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten dazu zu bringen, einhellig für eine Transaktionssteuer zu sein, „dann werde ich mich dem nicht entgegenstellen“.

  • 18.05.2010, 21:19 UhrAnonymer Benutzer: Dirk Schröder

    @Torsten Steinberg
    ich gebe die ja eigentlich recht , denke auch das es so ist , aber es ist nicht Merkels Schuld das die Welt ist wie sie ist , ist wär nur ihre Schuld wenn sie so bleibt .
    Wenn man es Europaweit , oder Eurozonenweit einführen würde , was sicher möglich wäre , hätte das ganze sicher Sinn . bin gerade in Österreich und hier steht auch in den Zeitungen das ein Politiker dafür und einer dagegen ist . Und in der DDR hieß es immer "alles zum Wohle des Volkes" , nach 50 Jahren war man Pleite und alle war vorbei .
    Heute kommt es mir so vor als wenn es heißt "alles zum Wohle des Anleger , des Spekulanten und börsenzockers und "investors" und Pleite ist man von Staatswegen eh schon lange . Nur die einzigen die nicht Pleite sind sind die banken , einige jedenfalls ,und eben einige Spekulanten . Klar man kann so weitermachen und alles so lassen und sagen "ist halt so ,geht nicht anders " , aber wohin fürht das dann letztendlich ? ins Chaos mit Staatspleiten am laufenden band , in eine Welt in der nicht mehr gewählte Politiker bestimmen wo es langgeht , sondern einge banken und Konzernmultis . Weil eines ist klar , wer das Geld hat , hat die Macht . Und wenn Staaten Pleite sind , und das Geld bei banken , Konzernen und Privatpersonen "hockt" , kann das für keinen Staat gut sein . Und was für keinen Staat gut ist , ist auch für kein Volk gut . Weil ja Staat und Volk das gleiche sind .

  • 17.05.2010, 11:27 UhrAnonymer Benutzer: mono

    Natürlich kann man keine nationale Steuer international erheben. Aber muss man auf "das Folge-Richtige" verzichten nur weil andere es auch nicht tun? Abgesehen davon das so eine Haltung kindisch ist, unterschätzen Sie die Dynamik die dadurch erzeugt würde sollten sich Deutschland/Europa zu so einer Steuer durchringen.

    Die isländer führen gerade sehr eindrucksvoll vor was Sie von Topbankern halten die sich durch Schädigung des Allgemeinwohls bereichert haben!

  • 17.05.2010, 11:02 UhrAnonymer Benutzer: Tom

    @ mono ---
    Ja , Sie haben die Lizenz zum Gelddrucken !Sofern sie glauben eine Nationale Steuer international erheben zu können !!! Toll Mr. insider , weiter so !!!

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