DGB-Kongress
Mitgliederschwund setzt Gewerkschaften finanziell zu

Der anhaltende Mitgliederschwund setzt die Gewerkschaften auch finanziell unter Druck. Seit 2001 haben sie gut 1,1 Millionen Mitglieder und entsprechend Einnahmen verloren.

HB BERLIN. Das geht aus dem Geschäftsbericht zu dem an diesem Montag beginnenden Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor. Am Jahresende 2005 hatten die acht Einzelgewerkschaften 6,78 Millionen Mitglieder. 1991 waren es noch 11,8 Millionen. Die Beitragseinnahmen des DGB schrumpften zwischen 2001 und Ende 2004 laut Bericht von 150 auf 143 Millionen Euro jährlich.

„Der kontinuierliche Rückgang der Mitgliederzahlen hat tief greifende Folgen für die Entwicklung aller Gewerkschaften und des DGB. Ein reines Sparprogramm wird der Dramatik der Lage nicht gerecht und führt zu weiteren Mitgliederverlusten“, heißt es in einem Antrag des Bundesvorstandes an den Kongress. Gegen die Krise wurde eine „Initiative Trendwende“ gestartet. Damit sollen vor allem jüngere Beschäftigte geworben werden. Auch in den neuen Dienstleistungs- Branchen seien die Gewerkschaften „unzureichend vertreten“.

Der „Handlungsdruck“ für eine Trendwende steige mit dem Mitgliederschwund, schreibt der Vorstand. „Die Gewerkschaften haben in den letzten Jahren aus finanziellen Gründen in immer mehr Städten und Gemeinden Büros geschlossen und ziehen sich in vielen Regionen aus der Fläche zurück.“ Das geschehe meist ohne Abstimmung mit den anderen Gewerkschaften und dem DGB und führe dazu, dass Mitglieder vor allem in ländlichen Räumen lange Wege in Kauf nehmen müssten, „wenn sie ein Büro ihrer Gewerkschaft aufsuchen wollen“.

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