DGB-Umfrage
Viele malochen auch am Wochenende

Schönes Wochenende! Das wünschen die Kollegen immer seltener. Einer Gewerkschaftsstudie zufolge ist der Anteil derjenigen, die am Wochenende arbeiten, erheblich gestiegen. Doch manche Branchen bleiben verschont.
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Berlin/FrankfurtRund ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland muss einer Gewerkschaftsstudie zufolge regelmäßig am Wochenende arbeiten, ein weiteres Drittel ab und zu.

Das ergab eine Umfrage des DGB, die der „Frankfurter Rundschau“ vorliegt. Der Anteil der Beschäftigten mit regelmäßiger Wochenendarbeit wäre damit in den ergangenen 20 Jahren um rund zwei Drittel gestiegen.

Üblich ist der Dienst an Samstagen und Sonntagen der Umfrage zufolge vor allem im Gastgewerbe, wo vier von fünf Beschäftigten betroffen sind. Im Handel, in Sozial- und Erziehungsberufen sind es demnach in etwa die Hälfte.

Wer dagegen in einer Bank, einer Versicherung oder im Energiesektor arbeitet, hat am Wochenende in der Regel frei, zitiert die „Frankfurter Rundschau“ aus der Studie.

Überdurchschnittlich viel am Wochenende arbeiteten Beschäftigte mit einem Bruttomonatseinkommen zwischen 800 und 1500 Euro und im Alter zwischen 26 und 35 Jahren. Frauen seien am Wochenende häufiger im Dienst als Männer, Teilzeitkräfte häufiger als Beschäftigte mit Vollzeitstellen.

Laut dem DGB-Papier gibt es einen Zusammenhang zwischen Wochenendarbeit und Überlastung. 62 Prozent der Wochenendarbeiter fühlen sich oft unter Zeitdruck, bei den Nur-Werktags-Arbeitnehmern haben dieses Problem etwa die Hälfte. Auch das Abschalten nach der Arbeit fällt Wochenendarbeitern schwerer.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " DGB-Umfrage: Viele malochen auch am Wochenende"

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  • "Wer dagegen in einer Bank, einer Versicherung oder im Energiesektor arbeitet, hat am Wochenende in der Regel frei"
    Also für die Bankbereiche, in denen ich bisher war, gilt dies auf keinen Fall. Da waren eher Wochenarbeitszeiten von 90-100 h die Regel.

  • Was bitteschön ist an 80% Steuern gerecht? Wenn der Maximalsatz bei z.B 35% liegen würde, würden die Menschen dies als angemessene faire Aufteilung zwischen dem "Verdiener" und der Allgemeinheit empfinden. Es gäbe mehr Wachstum, keine Steuervermeidung und keine Schwarzarbeit (und damit wieder mehr Steueraufkommen). Die Diskussion wird immer falsch geführt: Als "Referenz" dienen immer die Superreichen, die weniger durch Einkommen, sondern mehr über Anlageerträge "verdienen". Hier kann man über Steuersätze von maximal 50% reden. Das Steueraufkommen wird jedoch in erster Linie vom hart arbeitenden Mittelstand erarbeitet und abgeführt, der sicher Sätze jenseits von 505 (plus Sozialabgaben) nicht auf Dauer mitmachen wird. Denken Sie mal darüber nach!

  • Gerade die, die am Wochenende arbeiten zahlen oft nichts an den Staat! Sie arbeiten oft im Niedriglohnbereich.

    Und wenn deren Arbeitgeber 80% Steuern zahlen, wäre das gerecht. Hohe Einkommen sind in Deutschland viel zu gering besteuert.
    Wir haben immer mehr Milliardäre und Millionäre, und das bestimmt nicht wegen zu hoher Steuern. Und als der Linde-Chef seine Aktien mit vielen Millionen Gewinn verkaufte musste er keine Steuern zahlen, Selbst mit der Kapitalertragssteuer, die auf neuere Aktienverkäufe fällig wird müsste er nur 25% Steuern zahlen - viel zu wenig!

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