Die Direktkandidaten fieberten in Dresden dem Wahlergebnis entgegen
Das letzte Gefecht

Im Plenarsaal des Dresdner Rathauses erleben sie alle die letzten Stunden der Bundestagswahl 2005: Andreas Lämmel von der CDU, Marlies Volkmer von der SPD und Katja Kipping von der Linkspartei.

HB DRESDEN. Dieter Kretschmer musste an diesem Sonntag zwei wichtige Dinge machen: wählen und arbeiten. Am Vormittag besucht er zusammen mit seiner Frau sein Wahllokal im Dresdner Stadtteil Zschertnitz, isst anschließend zu Mittag und macht sich am frühen Nachmittag auf den Weg zum Dresdner Rathaus. Dort tauscht er seine Freizeitsachen gegen einen dunkelblauen Anzug mit dem Aufnäher Securitas und postiert sich vor dem Eingang zum Plenarsaal im ersten Stock des Rathauses. Dieter Kretschmer sorgt für Sicherheit am Schauplatz des großen Finales der Bundestagswahl 2005.

Dort, wo noch vor wenigen Tagen die Dresdner Stadtabgeordneten über den Verkauf der kommunalen Wohnungsgesellschaft gestritten haben, stehen an diesem Abend die Kameras von 21 Fernsehsendern und lauern mehr als 60 Journalisten auf die drei Protagonisten im Kampf um das letzte zu vergebene Direktmandat für den Bundestag: Andreas Lämmel von der CDU, Marlies Volkmer von der SPD und Katja Kipping von der Linkspartei.

Als Erste betritt zwanzig Minuten vor der Schließung der Wahllokale die Kandidatin der Linkspartei als Erste den großen Saal. Kipping verteilt zunächst weiße Rosen an die anwesenden Genossen. Als Dank für die tolle Arbeit im Wahlkampf, wie sie sagt. Wenige Minuten nach Kipping taucht Marlies Volkmer auf. "Na guck ma mal", begrüßt Volkmer ihre jüngere Herausforderin. Der Saal ist inzwischen brechend voll. Neben Journalisten und Politikern kommen auch immer mehr Dresdner, die das Spektakel live mitverfolgen wollen. Nur einer fehlt.

15 Minuten vor sieben Uhr taucht dann endlich auch Andreas Lämmel in Begleitung seiner Frau Doris auf. Sofort stürzen sich die Fernsehteams auf den Kandidaten der CDU. Nur mühsam gelingt es ihm, sich einen Weg durch die Menschenmenge zu bahnen. In kleinen Schritten - die Meute der Fernsehjournalisten vor sich her schiebend - tippelt Lämmel zum Tisch der CDU, direkt vor der Leinwand, auf der die Ergebnisse angezeigt werden. Noch ist die Anzeigtafel leer.

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